Osram erwartet nach Siemens-Trennung vorerst Verlust

Freitag, 7. Dezember 2012, 17:28 Uhr
 

München (Reuters) - Siemens spaltet Osram mit trüben Zukunftsaussichten ab.

Für das im September auslaufende Geschäftsjahr 2012/13 erwartet die Leuchtmitteltochter erneut einen Verlust, wie aus dem gemeinsamen Abspaltungsbericht von Siemens und Osram am Freitag hervorgeht. Der Fehlbetrag solle aber kleiner ausfallen als der des Vorjahres von gut 378 Millionen Euro, hieß es. Im Geschäftsjahr 2010/11 war noch ein Gewinn von 246 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Die größten Lasten stammten zuletzt mit rund 200 Millionen Euro aus dem laufenden Sanierungskurs und fast 250 Millionen Euro an Abschreibungen und Lasten von Töchtern wie dem zurückgekauften Lampenschirmhersteller Siteco. Der Osram-Umsatz kletterte binnen Jahresfrist indes um fast acht Prozent auf 5,4 Milliarden Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr könnten die frischgebackenen Osram-Aktionäre angesichts der Ertragslage nicht mit einer Dividende rechnen. Langfristig will Osram-Chef Wolfgang Dehen seinen Anteilseignern allerdings etwas vom Gewinn abgeben. Der Osram-Buchwert wird mit 2,3 Milliarden Euro angegeben.

Siemens sieht für Osram im Konzern keine Zukunft und will nicht mehr in Leuchtmitteltechnik investieren. Die Abtrennung kommt den Münchnern allerdings teuer zu stehen. Bereits jetzt verabreichten sie der Tochter mehrere Kapitalspritzen: Rund 700 Millionen flossen Osram über eine Kapitalerhöhung. Zusätzlich steckt die Mutter noch eine halbe Milliarde Euro in die Pensionskasse des Leuchtmittelherstellers. Das Abspaltungsprozedere selbst kostet weitere 200 Millionen Euro, sodass Siemens die Trennung auf etwa 1,4 Milliarden Euro kommt.

Osram kann Geld gut gebrauchen. Den laufenden Konzernumbau, bei dem tausende Stellen gestrichen werden, veranschlagt Dehen allein auf rund eine halbe Milliarde Euro. Rund 200 Millionen davon verbuchte Osram bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr. Mit dem Sanierungskurs will Dehen sein Haus so auf Vordermann bringen, dass es bis 2015 insgesamt eine Milliarde Euro spart und dann branchenübliche Renditen erwirtschaftet. Osram steht bei der Zukunftstechnologie Leuchtdioden in einem harten Wettbewerb mit vor allem asiatischen Konkurrenten wie Samsung, LG oder Nichia. Der LED-Markt wächst zwar stark, zugleich geben aber die Preise für die kleinen, langlebigen und sparsamen Dioden rapide zurück.

 
A traditional light bulb of lamp manufacturer Osram is pictured in Germering near Munich November 28, 2012. REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: BUSINESS ENERGY)