Private Equity wird für Versicherer attraktiver

Montag, 10. Dezember 2012, 07:54 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Für Versicherungen, Stiftungen und Pensionskassen werden Private-Equity-Fonds als Anlagemöglichkeit wieder attraktiver.

Rund ein Drittel dieser Investoren will in den nächsten zwölf Monaten mehr Geld in Beteiligungsgesellschaften pumpen, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Profi-Anlegers Coller Capital unter mehr als 130 Private-Equity-Geldgebern ergab. Nur etwa jeder Zehnte will die Investitionen drosseln.

Grund für den Optimismus sind wieder steigende Rendite-Erwartungen: Vier von fünf Investoren rechnen in den kommenden drei bis fünf Jahren mit mehr als elf Prozent pro Jahr aus ihren Anlagen in Private-Equity-Fonds. Knapp ein Drittel hält sogar über 16 Prozent für möglich. Das liegt zwar unter den Renditen von teils mehr als 25 Prozent aus der Zeit vor der Finanzkrise, aber angesichts historisch niedriger Zinsen bei alternativen Anlagen sind diese Sätze durchaus verlockend. Beim Aktienmarkt wiederum geht man im Schnitt von zehn Prozent aus.

"Der Renditedruck wird für institutionelle Investoren im weiter anhaltenden Niedrigzinsumfeld immer bedrohlicher", erklärte Michael Schad, Partner bei Coller Capital. Besonders Versicherer brauchten zur Erfüllung ihrer langfristigen Zahlungsversprechen Anlageerfolge, die über die schmalen Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen hinausgehen. Auch in Deutschland zeige sich ein zunehmendes Interesse großer Investoren an Private-Equity-Fonds.

Das Engagement in diese Anlageklasse birgt aber auch vergleichsweise hohe Risiken: Beteiligungsfirmen kaufen Firmen - oft mit viel Kredit - und verkaufen diese einige Jahre später weiter. Dabei wälzen sie die Schulden auf die übernommenen Unternehmen ab. In Rezessionszeiten kann das die Firmen in finanzielle Nöte bringen. Im Pleitefall ist das Geld der Investoren weg. Angesichts der sich abzeichnenden Wirtschaftsabschwächung in Europa rechnen fast zwei Drittel der Private-Equity-Geldgeber hier in den nächsten zwei bis drei Jahren mit steigenden Ausfällen ihrer Investments. In Nordamerika erwartet das nur ein Viertel der Profi-Anleger.