Datenschützer prüfen Verkauf von FTD-Abonnentendatei

Montag, 10. Dezember 2012, 18:58 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Das Ende der Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) ist zum Fall für Datenschützer geworden: Die Behörde des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit geht Medienberichten nach, denen zufolge das "Handelsblatt" die FTD-Abonnentendatei gekauft und am Montag alle ehemaligen FTD-Bezieher mit einem HB-Werbeexemplar beliefert habe.

Ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten kündigte am Montag auf Anfrage an, den Vorgang „datenschutzrechtlich zu überprüfen". Bisher könne der Fall nicht endgültig bewertet werden, da die Behörde die näheren Umstände noch nicht kenne. Vor allem müsse geklärt werden, ob beim Abschluss der Abonnentenverträge entsprechende Einwilligungserklärungen abgegeben worden seien und wer die Ex-FTD-Abonnenten tatsächlich angeschrieben habe. Der Branchendienst "Kress" hatte am Montag berichtet, jeder Ex-FTD-Abonnent habe ein "Handelsblatt" erhalten. Bereits Ende November hatten die Deutschen Wirtschafts-Nachrichten berichtet, der FTD-Verlag Gruner + Jahr habe die Abonnentendatei an das Handelsblatt verkauft und dies auf Nachfrage bestätigt. Die FTD war am vergangenen Freitag letztmals erschienen.