Texas Instruments kassiert wegen Konzernumbau Gewinnziel

Dienstag, 11. Dezember 2012, 12:00 Uhr
 

New York (Reuters) - Der US-Chiphersteller Texas Instruments (TI) hat seine Gewinnprognose wegen hoher Kosten für den anstehenden Konzernumbau radikal gekürzt.

Der Infineon-Konkurrent rechnet im Schlussquartal nur noch mit einem Überschuss von 0,05 bis 0,09 Dollar je Aktie. Zuvor war der Konzern noch von 23 bis 31 Cent je Anteilsschein ausgegangen. Die drastische Senkung geht auf den im November angekündigten Abbau von 1700 Arbeitsplätzen zurück. Wegen der schwachen Nachfrage dampft die Chip-Firma zudem ihr wenig ertragreiches Geschäft mit Mobilfunk-Prozessoren ein. Auch Infineon stemmt sich mit einem Sparprogramm gegen die aufkommende Krise in der Branche.

Ohne Restrukturierungskosten geht TI nun im Mittel von einem Gewinn von 28 Cent pro Anteilsschein aus. Der Mittelwert der bisherigen Prognose lag für das vierte Quartal bei 27 Cent. Die leichte Anhebung gehe auf Ausgabenkürzungen zurück, erläuterte ein Unternehmenssprecher. Beim Umsatz präzisierte der Konzern seine Vorhersagen und rechnet nun mit einem Wert zwischen 2,89 und 3,01 Milliarden Dollar. Analysten kritisierten, dass der Chiphersteller keine Angaben zur erwarteten Nachfrage machte.

Mit dem Personalabbau will TI jährlich etwa 450 Millionen Dollar einsparen. Früheren Angaben zufolge kosten die Stellenstreichungen aber zunächst 325 Millionen Dollar, die im vierten Quartal verbucht werden. Texas Instruments hat im Mobilfunkgeschäft Boden gegenüber Qualcomm, Apple und Samsung verloren, die nun eigene Chips entwickeln, statt sie von Zulieferern wie TI zu beziehen. Texas Instruments will sich dafür auf andere Einsatzmöglichkeiten konzentrieren, etwa in der Autoindustrie.