Energie-Agentur: Über 27 Mrd Euro für Strom-Verteilnetz nötig

Dienstag, 11. Dezember 2012, 17:03 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Im Zuge der Energiewende müssen neben Hochspannungsleitungen nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur auch die kleineren Verteilnetze ausgebaut werden.

Bis 2030 würden über 160.000 Kilometer neue oder umgebaute Leitungen benötigt, was Investitionen von 27,5 Milliarden Euro erfordern würde, erklärte die halbstaatliche Dena am Dienstag in Berlin. Die Verteilnetze sind Mittel- und Niederspannungsnetze, die meist im Besitz von kleineren kommunalen Versorgern sind. Je nach Leitungsart bedeutet der Ausbau eine Ausweitung des bestehenden Netzes zwischen vier und 24 Prozent. Anders als bei den großen Stromtrassen sei hier allerdings kaum mit Bürgerprotesten zu rechnen, da die Kabel gewöhnlich unter der Erde verliefen, sagte Dena-Chef Stephan Kohler. Die Kosten für den Ausbau werden über eine Netzumlage an die Verbraucher weitergegeben.

Das Verteilnetz muss ausgebaut werden, um die zahlreichen Solaranlagen und Windräder an das örtliche Netz anzubinden. Einzelne Netzbetreiber würden allerdings weit mehr belastet als andere, sagte Kohler. Die Bundesnetzagentur müsse dafür sorgen, dass diese auskömmliche Renditen erwirtschaften könnten. Entsprechend müssten Regelungen zur Verteilung der Umlagen angepasst werden. Insgesamt sei der Ausbau aber zu stemmen, da sich Kosten und Bauzeit auf 18 Jahre verteilten. Wichtig sei, dass der Ausbau der Netze und des Ökostrom künftig besser aufeinander abgestimmt werden. Zudem ist bei den Investitionskosten von der Dena nicht zwischen ohnehin anfallenden Kosten für Erneuerung und Ausbau der Netze und zusätzlichen für die Energiewende unterschieden worden.