Puma-Chef Koch räumt Ende März seinen Posten

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 17:54 Uhr
 

München (Reuters) - Der strauchelnde Sportartikelhersteller Puma trennt sich von seinem Chef.

Der Vorstandsvorsitzende Franz Koch scheide Ende März 2013 aus seinem Amt aus, teilte der Herzogenauracher Konzern am Mittwoch nach einer Verwaltungsratssitzung mit. Koch hatte den Chefposten erst im Frühjahr 2011 übernommen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, soll aber bis spätestens im Frühjahr 2013 bestellt werden. Die Suche laufe intern wie extern, sagte ein Konzernsprecher. Die neue Führungskraft an der Puma-Spitze soll den Konzernumbau - den größten seit 20 Jahren - fortsetzen und den Hersteller mit neuen Produkten wieder flott machen.

Beim Branchendritten nach Nike und Adidas läuft es seit etwa fünf Jahren nicht mehr rund. Innovative Produkte fehlen, der Umsatz steigt zwar, aber auf Kosten des Gewinns. Die Krise in Europa macht Puma stärker zu schaffen als den Rivalen. Zudem schwächelt der fränkische Konzern in Asien und wird seine Turnschuhe nur noch mit hohen Rabatten los. Im dritten Quartal brach der Überschuss um 85 Prozent ein. Vorstandschef Koch hatte deshalb zusätzliche Kostensenkungen angekündigt.

Er galt wegen der Schwierigkeiten des Konzerns bereits als angezählt. Kochs Vorgänger Jochen Zeitz, der Puma einst von der Pleite-Firma zu einem hochprofitablen Unternehmen getrimmt hatte, brüskierte den von ihm selbst gegen Widerstände durchgeboxten Manager im Herbst mit einem ungewöhnlichen öffentlichen Rüffel: In einem Interview sagte Zeitz, dass er sich mit dem französischen Luxusgüterkonzern und Puma-Großaktionär PPR einig sei, dass Koch dringend handeln müsse, um wieder bessere Ergebnisse zu erzielen. Branchenexperten gingen davon aus, dass Koch unter der Aufsicht seines Vorgängers nicht frei genug agieren konnte, um die Trendwende zu schaffen.

Seit sich Zeitz Ende November als Verwaltungsratschef zurückgezogen hat, bekleidet der PPR-Spitzenmanager Jean-Francois Palus diesen Posten. Mit diesem werde Koch noch bis Ende März 2013 zusammenarbeiten, um den Konzernumbau samt profitablem Wachstum sicherzustellen, hieß es von Puma. Mit dem Wechsel an der Firmenspitze werde ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen. Der Konzern verändere deshalb auch die Struktur des Topmanagements.