Kreise - Fraport weiter im Rennen um portugiesische ANA

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 14:19 Uhr
 

Frankfurt/Paris (Reuters) - Fraport ist Insidern zufolge unter den letzten vier Bietern für den portugiesischen Flughafenbetreiber ANA.

Bis Freitag würden endgültige Angebote von dem deutschen Flughafenbetreiber sowie vom französischen Baukonzern Vinci, dem Schweizer Flughafen Zürich und dem argentinischen Infrastruktur-Konzern Corporacion America erwartet, sagten drei mit dem Bieterwettbewerb vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Am Freitag läuft die Frist für verbindliche Angebote aus. "Wir haben vier sehr interessierte Bieter - das wird gut", sagte ein Insider. ANA soll privatisiert werden, die Angebote werden in einer Höhe von mehr als 2,5 Milliarden Euro erwartet. Fraport lehnte einen Kommentar ab. Die Aktie des Konzerns lag mit 0,7 Prozent unauffällig im Minus.

ANA ist interessant, weil der Staatsbetrieb profitabel ist und seine Flughäfen wichtige Drehkreuze in Ferienregionen sind: Zu dem Betreiber gehören nicht nur die Airports in Lissabon und Porto, sondern auch jene, auf denen die Touristen für die Feriengebiete an der Algarve, in Alentejo und auf den Azoren landen. Im vergangenen Jahr erzielte ANA einen Umsatz von 425 Millionen Euro und - trotz der Wirtschaftskrise - einen Rekordgewinn von 76,5 Millionen Euro. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf Inlands- und Europa-Flüge. Investoren könnten versuchen, die Flughäfen verstärkt als Drehkreuz für Verbindungen nach Südamerika und Afrika zu nutzen.

Fraport, der neben seinem größten Flughafen in Frankfurt auch Airports in Peru, der Türkei und Bulgarien betreibt, will erklärtermaßen im Ausland expandieren. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern mehr als ein Fünftel seines Jahresumsatzes von 2,37 Milliarden Euro nicht in Deutschland. Vorstandschef Stefan Schulte hat neben Portugal auch Brasilien und die Türkei als interessante Märkte für eine Expansion genannt.

Mit dem Verkauf von ANA setzt Portugal die Privatisierung von Staatsbeteiligungen fort, die eine Bedingung für das milliardenschwere Rettungspaket in der Schuldenkrise war. Das Land hat bereits große Aktienpakete an den Stromversorgern EDF und REN verkauft, vor allem an Investoren aus China.