Dialysekonzern FMC droht Sammelklage in den USA

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 08:14 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Dem weltgrößten Blutwäschekonzern Fresenius Medical Care(FMC) droht wegen unzureichender Informationen über Nebenwirkungen bei Dialyselösungen eine Sammelklage in den USA.

Eine Gruppe von Patientenanwälten habe am 12. Dezember einen Prozessantrag gegen das Unternehmen gestellt, teilte die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius am Donnerstag mit. Demnach sollen die in den USA anhängigen Produkthaftungsklagen gegen die US-Tochter Fresenius Medical Care Nordamerika bei den US-Justizbehörden in Boston, Massachussets, zusammengeführt werden. Diese Klagen bezögen sich auf unzureichende Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen auf den Etiketten der Dialyselösungen NaturaLyte und GranuFlo.

FMC-Chef Ben Lipps geht davon aus, dass diese Klagen unbegründet sind. "NaturaLyte und GranuFlo sind von der amerikanischen Gesundheitsbehörde seit vielen Jahren zugelassene, sichere und wirksame Dialyselösungen. Ich bin davon überzeugt, dass dem Unternehmen medizinisch nichts vorzuwerfen ist und die erhobenen Vorwürfe jeder Grundlage entbehren", erklärte er. FMC habe zudem am 7. Dezember eine sogenannte Subpoena (Vorlageverfügung) von den US-Justizbehörden in Massachussets erhalten. Damit würden Geschäftsunterlagen für Produkte von FMC Nordamerika angefordert. Das Unternehmen wolle mit den US-Justizbehörden eng zusammenarbeiten.

Bereits im Sommer war FMC in den Fokus der US-Gesundheitsaufsicht FDA gerückt. Ein Aufseher der Behörde hatte der "New York Times" gesagt, dass Unternehmen habe möglicherweise Informationen über Probleme beim Einsatz eines Dialysemittels zurückgehalten. Dem Zeitungs-Bericht zufolge sollen im vergangenen Jahr zahlreiche FMC-Patienten nach der Verabreichung des Mittels GranuFlo einen Herzstillstand erlitten haben.