EVN steckt 800 Mio in Ausbau erneuerbarer Energieanlagen

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 17:34 Uhr
 

Wien (Reuters) - Der niederösterreichische Versorger EVN baut trotz sinkender Einnahmen aus dem Kerngeschäft seine Wind-, Wasser- und Hackschnitzel-Kraftwerke aus.

Bis 2020 wolle der Konzern rund 800 Millionen Euro in erneuerbare Energieanlagen stecken, sagte Firmenchef Peter Layr am Donnerstag. Allein im laufenden Geschäftsjahr 2012/13 sollen 400 Millionen Euro unter anderem in den Bau und die Erweiterungen neuer Kraftwerke im Heimatmarkt Niederösterreich sowie in Südosteuropa fließen.

"Das Unternehmen hat ausreichend Liquiditätsreserven, um die geplanten Investitionen umsetzen zu können", sagte Layr. Sollte es notwendig sein, könne EVN den Kapitalmarkt anzapfen, um die Gelder aufzubringen. Eine Kapitalerhöhung sei derzeit aber nicht geplant. Erst im Juni hatte sich der Versorger von mehreren Banken einen Kredit über 500 Millionen Euro gesichert.

EVN hat derzeit in Österreich 12 Windparks, gut 70 Wasserkraftwerke und 63 Hackschnitzel-Anlagen. Darüber hinaus verfügt der Versorger über Windparks in Bulgarien, Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien und ist an einem Wasserkraftwerk in Albanien sowie an einem Wärmekraftwerk in Moskau beteiligt.

STROM FÜR SÜDDEUTSCHLAND

Wie bereits im vergangenen Jahr werde das Unternehmen, an dem der schwäbische Versorger EnBW 32,5 Prozent hält, im Winter einen Teil seines Stroms nach Deutschland liefern. Die Kraftwerke von EVN und Verbund dienen als Sicherheit, falls in Süddeutschland der Strom durch die Abschaltung von Atomkraftwerken knapp wird.

Im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2012/13 erwartet EVN keine großen Sprünge: Wegen der mauen Wirtschaftsaussichten und der hohen Gaspreise werde der Gewinn stagnieren. Das war bereits 2011/12 der Fall, als das Konzernergebnis lediglich um ein Prozent auf 195 Millionen Euro wuchs. Analysten hatten etwas mehr erwartet. Grund für das maue Wachstum war die sinkende Stromnachfrage der Industrie durch die Wirtschaftskrise und hohe Einkaufpreise für Gas, die den Betrieb von Gaskraftwerken wenig rentabel machen. Dies wird sich laut Layr auch im laufenden Jahr nicht wesentlich ändern. An der Börse verloren die EVN-Aktien rund ein Prozent an Wert.