Amazon erringt Sieg über Apple in E-Book-Streit

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 17:44 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Der Online-Händler Amazon hat sich im Streit um Preisabsprachen bei elektronischen Büchern gegen Apple durchgesetzt.

Die EU-Kommission akzeptierte Zugeständnisse von Apple sowie vier Verlegern und stellte ihr Kartellverfahren nach rund einem Jahr am Donnerstag ein. Die Einigung gestattet es Amazon und anderen E-Book-Händlern für die nächsten zwei Jahre, ihre elektronischen Bücher billiger anzubieten als der iPhone- und iPad-Hersteller Apple. Zu den Unternehmen, die den Beschwerden von Amazon entgegenkommen gehört auch die Tochter Macmillan des deutschen Holtzbrinck-Verlags.

Daneben hatte Apple mit den Verlagen Simon & Schuster, HarperCollins von News Corp, Hachette Livre von Lagardere und Penguin von Pearson einen E-Book-Verkauf über seinen Internet-Shop iTunes zum Festpreis vereinbart. Apple erhält davon 30 Prozent. Teil der Vereinbarung war, dass andere Händler wie Amazon diese Preise nicht unterschreiten durften. Als einziges der fünf Verlagshäuser schloss sich Penguin dem Kompromiss nicht an - Penguin soll mit der Bertelsmann-Tochter Random House zum weltgrößten Verlag fusionieren. In einem vergleichbaren Verfahren hatten HarperCollins, Simon & Schuster und Hachette mit den US-Behörden eine Einigung erzielt.

Der Anteil von E-Books am gesamten Büchermarkt ist in den meisten Ländern vernachlässigbar gering. In den USA dagegen beläuft er sich nach Berechnungen von UBS-Analysten auf 30 Prozent, in Großbritannien auf 20 Prozent.

 
The new Kindle Fire is seen at a news conference during the launch of Amazon's new tablets in New York, September 28, 2011. REUTERS/Shannon Stapleton (UNITED STATES - Tags: BUSINESS SCIENCE TECHNOLOGY)