ABB krempelt Energietechniksparte um - Einschnitte geplant

Freitag, 14. Dezember 2012, 09:09 Uhr
 

München (Reuters) - Der Elektrokonzern ABB> krempelt ähnlich wie der Rivale Siemens seine Energietechniksparte um und plant Einschnitte.

Wegen zu geringer Ertragskraft wollen sich die Schweizer nach Angaben vom Freitag weitgehend aus dem Geschäft als Generalunternehmer für Solaranlagen und Wasserwerke zurückziehen und sich verstärkt auf Produkte, Dienstleistungen und Software verlegen. ABB-Chef Joe Hogan beklagte, dass die Marge der Division Energietechniksysteme wegen des Projektgeschäfts zu gering sei. "Wir haben in den letzten Jahren erheblich investiert, um das Ertragspotenzial der Division Energietechniksysteme zu steigern", erklärte er. "Dennoch konnte die Division keine konstanten Erträge erzielen. Das ist nicht akzeptabel." Es werde zu Entlassungen kommen, sagte ein ABB-Sprecher. Der Umfang sei allerdings nicht nennenswert.

Künftig soll das einträgliche Geschäft mit Komponenten wie Hochspannungskabeln, Gleichstrom- und Verteilertechnik und Leistungshalbleitern eine Rendite von neun bis zwölf Prozent abwerfen. Bisher galt für das Segment ein Margenziel von sieben bis elf Prozent. Der Umsatz werde indes langsamer zulegen und im Durchschnitt nur noch um sieben bis elf Prozent jährlich wachsen. Die geplante Schließung von weltweit zehn Projekteinheiten und die übrige Restrukturierung werde ABB im laufenden Quartal 350 Millionen Dollar kosten, kündigte Hogan an.

Der ABB-Abschied als Generalunternehmer für Photovoltaikanlagen und Wasserwerke ähnelt den derzeit laufenden Einschnitten beim größeren Rivalen Siemens. Die Münchner geben ebenfalls ihr verlustträchtiges Solargeschäft und die ertragsschwache Ausrüstung von Wasserwerken auf und suchen für die Bereiche Abnehmer.