Fiat dementiert Bericht über Pläne für Finanzspritze

Freitag, 14. Dezember 2012, 14:08 Uhr
 

Mailand (Reuters) - Fiat hat einen Medienbericht über angebliche Pläne für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur vollständigen Übernahme von Chrysler dementiert.

"Fiat erklärt, dass es diesbezüglich kein spezifisches Projekt gibt und ist der Ansicht, dass keine Notwendigkeit für eine Kapitalerhöhung besteht", teilte der Autobauer am Freitag mit. Die Zeitung "Il Messaggero" hatte zuvor ohne Angaben von Quellen berichtet, der Konzern führe mit vier Banken Gespräche über eine Finanzspritze von bis zu zwei Milliarden Euro.

Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte Reuters allerdings, es gebe Verhandlungen mit Kreditinstituten. "Noch ist nichts entschieden, aber das kann sehr schnell kommen", so der Insider. Ein Mandat sei noch nicht vergeben worden. "Il Messaggero" zufolge klopfte Fiat bei UniCredit, Morgan Stanley, Bank of America und Goldman Sachs an, um Möglichkeiten auszuloten.

Fiat-Aktien brachen nach dem Bericht am Freitag um mehr als sechs Prozent ein und wurden wegen der hohen Verluste am Vormittag vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Bis zum frühen Nachmittag reduzierten sich die Verluste auf minus 2,7 Prozent.

Chrysler ist einer UBS-Schätzung von November zufolge zwischen neun und 13,4 Milliarden Dollar wert. Der noch nicht in Fiat-Besitz befindliche Anteil von 41,5 Prozent hätte demnach einen Wert zwischen 4,1 und 5,5 Milliarden Dollar. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne will sich die US-Tochter komplett einverleiben, um den Gewinn zu erhöhen und das schwache Europageschäft auszugleichen. Die Chrysler-Beteiligung hatte die Italiener wegen der robusten Pkw-Nachfrage in den USA vor einem Absturz im dritten Quartal bewahrt.