Österreichs Banken brauchen bis zu 13 Mrd

Freitag, 14. Dezember 2012, 14:16 Uhr
 

Wien (Reuters) - Die Kapitaldecke der österreichischen Banken ist nach Ansicht ihrer Aufseher immer noch deutlich zu dünn.

In den kommenden fünf Jahren müssten sich die Institute acht bis 13 Milliarden Euro an zusätzlichem Geld beschaffen, um sich für die strengeren Eigenkapitalvorschriften (Basel III) zu rüsten, sagte Nationalbank-Direktoriumsmitglied Andreas Ittner am Freitag. Dies sei zwar eine Herausforderung, für die Banken aber zu schaffen. Schließlich hätten die Geldhäuser ihr Kapital auch in den vergangenen fünf Jahre um rund acht Milliarden Euro aufgestockt - "bei auch nicht sehr einfachen Umweltbedingungen".

Der nun errechnete Kapitalbedarf von bis zu 13 Milliarden Euro ergebe sich zum einen daraus, dass Österreichs Banken im Vergleich zu internationalen Mitbewerbern immer noch geringe Kapitalquoten hätten. Zudem müssten sich die Institute auf die Rückzahlung der in der Krise erhaltenen Staatshilfe - das sogenannte Partizipationskapital - vorbereiten. Denn diese würde unter dem neuen Basel-III-Regelwerk nicht mehr als hartes Kernkapital anerkannt.

"Es gibt eine sehr klare Grenze für die Anrechenbarkeit dieser Form des Partizipationskapitals und das ist 2017. Banken müssen sich darauf vorbereiten, dass ihnen das dann nicht mehr angerechnet wird, selbst wenn sie es behalten würden", sagte Ittner. "Deshalb bleibt uns gar nichts anderes über im Moment als zu sagen, es muss weiter aufgebaut werden."

In den vergangenen Jahren hatten österreichische Institute wie die Erste Group und Raiffeisen ihre Kapitalquoten bereits massiv aufgestockt, um die immer strenger werdenden Vorgaben der Bankregulierer zu erfüllen. Diese wollen erreichen, dass vor allem Großbanken mit zusätzlichen Kapital weniger anfällig für künftige Krisen sind. Durchschnittlich lag die Kernkapitalquote (tier 1) österreichischer Banken Mitte 2012 bei 10,6 Prozent.