Zeitung - Bund will bei Telekom auf Bares verzichten

Montag, 17. Dezember 2012, 08:58 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Bund könnte einem Zeitungsbericht zufolge der Deutschen Telekom einen größeren finanziellen Spielraum gewähren und auf einen Teil der Bar-Dividende verzichten.

"Im Mittelpunkt der Überlegungen steht, dass die Telekom der staatlichen Förderbank KfW keine Dividende ausschüttet, sondern im gleichen Wert neue Aktien ausgibt", zitierte das "Handelsblatt" (Montagausgabe) aus Regierungskreisen. Eine Entscheidung für eine solche Sachdividende in Form von Aktien sei allerdings noch nicht gefallen. "Ob sich ein Aktionär für eine Sachdividende entscheidet, ist eine Angelegenheit des Aktionärs selbst", sagte ein Telekom-Sprecher zu Reuters. Das Bundesfinanzministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Telekom-Aktionäre können bei der nächsten Ausschüttung erstmals wählen, ob die Dividende in bar oder in Aktien an sie gezahlt werden soll. Sollte sich der Bund bei seinem KfW-Paket in Höhe von 17 Prozent für die zweite Variante entscheiden, blieben dem Konzern der Zeitung zufolge 2013 mehr als 500 Millionen Euro in der Kasse, in den beiden Folgejahren wären es knapp 370 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt wären es also fast 1,25 Milliarden Euro. Für seinen direkt gehaltenen Anteil von 15 Prozent will der Bund dem Bericht zufolge aber weiter Bares sehen, da die Einahmen im Bundeshaushalt eingeplant seien. Eine Sachdividende gilt als wenig populär, weil die zusätzliche Ausgabe von Aktien den Aktienkurs und den Gewinn pro Anteilsschein verwässert.

Die Telekom hatte Anfang Dezember seine krisengeplagten Aktionäre mit einer unerwartet heftigen Dividendenkürzung geschockt. Zugunsten eines milliardenteuren Netzausbaus soll die Gewinnbeteiligung für 2013 und 2014 auf einen halben Euro je T-Aktie gekappt werden - das ist der niedrigste Stand seit knapp zehn Jahren. Für 2012 will die Telekom im Mai kommenden Jahres 70 Cent je Aktie ausschütten. Allein für vier Milliarden Euro will die Telekom ihr Mobilfunknetz in den USA modernisieren, weitere sechs Milliarden Euro sollen in den Breitband-Ausbau in Deutschland fließen.