Außenwerber Ströer steigt ins Online-Geschäft ein

Montag, 17. Dezember 2012, 15:49 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der mit Verlusten ringende Außenwerber Ströer steigt ins Online-Geschäft ein und übernimmt hierzu vier Unternehmen.

Damit werde Ströer auf einen Schlag einer der größten Online-Werbevermarkter in Deutschland, erklärte das neue Vorstandsmitglied Christian Schmalzl am Montag. Die vier Firmen würden mit zusammen 80 Millionen Euro etwa 15 Prozent des Ströer-Umsatzes ausmachen, fügte der stellvertretende Vorstandschef Alfried Bührdel hinzu. An der Börse konnte Ströer mit seinen Plänen nicht punkten. Die im SDax gehandelten Papiere notierten mit 7,23 Euro leicht im Minus.

Die Zukäufe sollen bis Ende April in trockenen Tüchern sein. Zuvor müssen die Aktionäre den Einstieg in die Online-Werbung genehmigen. Dies soll bei einer außerordentlichen Hauptversammlung Ende Februar geschehen. Für drei der Unternehmen will Ströer insgesamt bis zu 6,8 Millionen in Aktien zahlen, die durch eine Kapitalerhöhung geschaffen werden. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag würde Ströer damit knapp 50 Millionen Euro hinblättern.

Verkäufer der drei Online-Werber Ströer Interactive, FreeXMedia und Business Advertising ist die Media Ventures GmbH. Diese gehört dem Ströer-Gründersohn und -Aufsichtsrat Dirk Ströer sowie Ströer-Chef Udo Müller. Einen Kaufpreis für die vierte Firma, die adscale GmbH, nannte das Kölner Unternehmen nicht. "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört. Mit diesem Schritt können wir endlich die Synergieeffekte zwischen Online und Außenwerbung nutzen", betonte Dirk Ströer.

Bislang konzentriert sich Ströer auf Außenwerbung und bestückt beispielsweise Buswartehäuschen mit Werbung. Doch das Geschäft läuft mau: In den ersten neun Monaten fiel unter dem Strich ein Verlust von 17,4 Millionen Euro an. Ströer beklagte, die Kunden hielten sich wegen der schwierigen Konjunktur mit Werbeausgaben zurück.