Milliardärsfamilie Reimann schluckt nächsten US-Kaffeeröster

Montag, 17. Dezember 2012, 19:10 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann macht beim Aufbau eines Kaffee-Imperiums Fortschritte.

Die Ludwigshafener Familien-Holding Joh. A. Benckiser bietet 340 Millionen Dollar (knapp 260 Millionen Euro) für die börsennotierte Caribou Coffee Company aus Minneapolis, wie Caribou am Montag mitteilte. Caribou hat nach eigenen Angaben 610 Filialen in 22 US-Bundesstaaten und zehn anderen Ländern. Die Reimanns hatten im Juli bereits für rund eine Milliarde Dollar den kalifornischen Kaffeeröster Peet's Coffee & Tea gekauft. Zudem halten sie einen Minderheitsanteil an der in Amsterdam gelisteten D.E. Master Blenders, die vom US-Konzern Sara Lee abgespalten worden war.

Das Gebot für die 1992 gegründete Caribou Coffee liegt mit 16 Dollar je Aktie um 30 Prozent über dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag. Am Montag kletterte sie an der New Yorker Börse bis auf 16,04 Dollar. Wie bei Peet's haben sich die Reimanns auch für die jüngste Übernahme mit der Holding BDT von Byron Trott verbündet, einem engen Vertrauten von Milliardär Warren Buffett. Caribou konkurriert mit den Branchenriesen Starbucks und Dunkin' Brands.

Die Familie Reimann hat ihren Reichtum mit dem Chemiekonzern Benckiser und dessen Verkauf an die heutige britische Reckitt Benckiser erworben. An dem Hersteller von Calgon-Entkalker, Kukident-Zahnprothesenreiniger und Durex-Kondomen hält sie noch einen Minderheitsanteil. Ihr gehören auch die Schuhhersteller Bally und Jimmy Choo sowie die Parfüm-Firma Coty aus den USA. An der elf Milliarden Dollar schweren Übernahme des Kosmetikkonzerns Avon war die Familie im Frühjahr gescheitert.

 
Freshly harvested coffee beans are seen at the Santa Adelaida coffee cooperative in La Libertad, on the outskirts of San Salvador December 10, 2012. Once a family-owned coffee plantation split under a 1980 land reform, the Santa Adelaida coffee is now a cooperative dedicated to the production of organically-grown high ground coffee, which is certified by is non-governmental organization Rainforest Alliance, and exported to Germany, the U.S., Britain and Japan. The coffee plantation is currently run by a cooperative of over 150 members. Picture taken December 10, 2012. REUTERS/Ulises Rodriguez (EL SALVADOR - Tags: BUSINESS COMMODITIES AGRICULTURE)