Deutsche-Bank-Co-Chef bedauert Folgen von Beschwerdeanruf

Dienstag, 18. Dezember 2012, 17:40 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, bedauert die Konsequenzen seines Beschwerdeanrufs bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe) sagte Fitschen laut Vorabbericht, er habe sich mit seinem Anruf im Anschluss an die Großrazzia in der Frankfurter Zentrale in der vergangenen Woche nicht über das Gesetz stellen wollen. "Die Unabhängigkeit der Rechtspflege ist auch für mich ein hohes Gut. Sollte mein Anruf in der Öffentlichkeit zu einem falschen Eindruck geführt haben, möchte ich mich dafür ausdrücklich entschuldigen", zitierte die Zeitung Fitschen. "Mein Anruf erfolgte mit guten Absichten." Es sei ihm lediglich darum gegangen, seine Betroffenheit über die Wahrnehmung der Vorgänge im Ausland auszudrücken.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Deutsche Bank am vergangenen Mittwoch durchsuchen lassen. Rund 500 Polizisten und Steuerfahnder waren am Hauptsitz des Instituts eingerückt. Fitschen hatte den Einsatz in zwei anderen Zeitungsinterviews als überzogen kritisiert. Bei Bouffier beschwerte er sich persönlich. Die Razzia stand im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Insgesamt wird gegen 25 Mitarbeiter der Bank ermittelt, darunter auch Fitschen. Vier Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft.

Zu den Vorwürfen, die Deutsche Bank habe im Zusammenhang mit den Untersuchungen E-Mails vernichtet, wollte Fitschen der "FAZ" nichts sagen. "Wir prüfen die Vorwürfe und kooperieren vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden." Wegen der laufenden Untersuchung wolle er aber keine näheren Angaben machen. Seine Glaubwürdigkeit als künftiger Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) sieht Fitschen durch die Ermittlungen nicht beschädigt. "Trotz der vielfach geäußerten Kritik der letzten Tage erfahre ich auch viel Unterstützung."

 
Deutsche Bank Co-CEO Juergen Fitschen sits next to Mario Draghi (L), President of the European Central Bank (ECB) during the European Banking Congress at the old opera house in Frankfurt, November 23, 2012. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY)