Autozulieferer Bosch erwartet schwieriges Jahr 2013

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 08:16 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Autozulieferer Bosch stellt sich auf ein schwieriges kommendes Jahr ein.

"2012 war kein einfaches Jahr", sagte Konzern-Chef Volkmar Denner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. "Und wir erwarten nicht, dass es 2013 wirklich leichter wird. Es ist nicht dramatisch, aber es gibt einige Risiken." Schon im zu Ende gehenden Jahr machten Bosch die schwächere Entwicklung in der Autoindustrie und die flaue Nachfrage im Industriegeschäft zu schaffen. Das könnten bald auch die gut 300.000 Mitarbeiter des Konzerns zu spüren bekommen.

Nach Erlösen von 51,5 Milliarden Euro 2011 hatte sich Bosch für 2012 ein Umsatzplus von drei bis fünf Prozent vorgenommen. Da voraussichtlich nur das untere Ende dieses Korridors erreicht werde, müsse Bosch sparen: "Der Fehler im Jahr 2012 war, dass wir für das zweite Halbjahr zu optimistisch waren und die Kosten entsprechend hoch waren", sagte Denner. Wegen des unerwartet schwachen Wachstums habe Bosch nicht so viele Jobs geschaffen wie geplant. Der Bosch-Chef deutete an, dass Einschnitte beim Personal folgen könnten: "Es ist doch eine ganz einfache Rechnung: Wenn der Umsatz längere Zeit stagniert und gleichzeitig ein Produktivitätsfortschritt erzielt wird - was unsere Kunden von uns erwarten - so führt dies rein rechnerisch zu Überkapazitäten, die angepasst werden müssen."

Eine Entscheidung zur Zukunft der verlustreichen Solarsparte werde in diesem Jahr nicht mehr fallen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer dauerhaft tragfähigen Lösung. Aber Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", sagte Denner. "Es geht um 3200 Mitarbeiter." Bosch nehme sich Zeit, um die Tragfähigkeit unterschiedlicher Möglichkeiten auszuloten. Ursprünglich wollte Bosch bis zum Jahresende eine Entscheidung über die Zukunft des Bereichs fallen, den der Konzern mit Milliardenaufwand aufgebaut hat.

 
View of the entrance of German automotive parts manufacturer Robert Bosch Belgian plant in Tienen April 21, 2009. REUTERS/Thierry Roge