Rekord-Deal in China - Investoren kaufen Werbekonzern

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 11:45 Uhr
 

New York (Reuters) - Es wird der größte Deal einer Beteiligungsgesellschaft in China: Carlyle legt zusammen mit anderen Investoren rund 3,7 Milliarden Dollar auf den Tisch, um den Werbekonzern Focus Media zu übernehmen.

Das Unternehmen unterhält in der Volksrepublik Werbeflächen in Bürogebäuden, Fahrstühlen und Supermärkten. Das Focus Media-Management stimmte dem Vorhaben am Mittwoch zu.

Das Angebot für die in den USA gelistete Werbe-Firma beläuft sich auf 27,50 Dollar pro Aktie - ein Aufschlag von 15 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Dienstag. Aktuell kosten die Papiere 25,52 Dollar. Darin spiegelt sich ein Restrisiko wider. Denn mindestens zwei Drittel der Focus-Media-Aktionäre müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Der Großaktionär Fosun hat seine Zustimmung nach Angaben von Focus Media allerdings bereits signalisiert. Die Transaktion soll dann im zweiten Quartal 2013 abgeschlossen werden.

Viele chinesische Unternehmen, die in den USA an die Börse gegangen sind, haben bereits Interesse bei Investoren geweckt. Meist blieben die Übernahmen aber unter einer Milliarde Dollar. Oft war die Finanzierung größerer Deals ein Problem. Das scheint dieses Mal aber anders zu sein: Neben den Schweizer Geldhäusern Credit Suisse und UBS stellt auch die Deutsche Bank einen Teil der 1,53 Milliarden Dollar schweren Finanzierung. Außerdem sitzen noch die US-Institute Bank of America und Citigroup im Boot.

Carlyle ist eine Art Investment-Pionier in China. Die Amerikaner haben im Reich der Mitte rund vier Milliarden Dollar in über 60 Deals angelegt. Bei Focus Media haben sie sich mit weniger bekannten Investoren wie FountainVest, Citic Capital und China Everbright verbündet.