Weitere Klage in Prozessreihe um Wertpapier-Betrügereien erhoben

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 13:06 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - In der Affäre um illegale Börsengeschäfte hat die Münchener Staatsanwaltschaft nun eine weitere Klage erhoben.

Einem 45-jährigen Geschäftsmann aus dem Raum Düsseldorf würden unter anderem über 1000 Fälle des Insiderhandels und mehr als 30 Fälle der Marktmanipulation vorgeworfen, teilten die Ermittler am Donnerstag mit. Der Geschäftsmann sei teilweise geständig. Insgesamt werde gegen eine zweistellige Anzahl von Beschuldigten ermittelt. Beweise hatte die Staatsanwaltschaft unter anderem bei einer breit angelegten Razzia im Inland und acht weiteren Ländern Anfang März gesammelt.

Das Verfahren hat Parallelen zu einem ersten, in dem das Landgericht München im März den Ex-Aktionärsschützer Markus Straub und einen mitangeklagten Börsenbrief-Herausgeber wegen Kursmanipulation verurteilt hatte. Beide hatten ein Geständnis abgelegt. Straub, früherer Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), wurde vom Landgericht wegen Marktmanipulation in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten sowie zu einer Geldbuße von 36.000 Euro verurteilt. Der Mitangeklagte erhielt wegen Verstößen in 47 Fällen eine Haftstrafe von drei Jahren plus eine Geldbuße von 27.000 Euro. In dem sogenannten SdK-Komplex hatte es auch noch zwei andere Verfahren gegeben, die mit Bewährungsstrafen und geringeren Geldbußen endeten.

Anhaltspunkte für das nun laufende Verfahren - das sogenannte Marktmanipulation II - erhielt die Staatsanwaltschaft eigenen Angaben zufolge im Jahre 2010. Dem Angeklagten werfen die Ermittler vor, zusammen mit anderen Beschuldigten mit gefälschten Bankbescheinigungen Kapitalerhöhungen bei verschiedenen Unternehmen vorgetäuscht zu haben und sich damit in der Folge Vorteile bei Börsengeschäften verschafft zu haben. Welche Unternehmen betroffen sind, wollte die Staatsanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen nicht sagen. Insiderhandel und Marktmanipulation können mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.