Google filetiert Zukauf Motorola Mobility weiter

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 13:39 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Google schneidet den übernommenen Handyhersteller Motorola Mobility mit dem Verkauf der TV-Empfangsgerätesparte weiter auf seine Bedürfnisse zu.

Das US-Kabelunternehmen Arris erwerbe für 2,35 Milliarden Dollar Motorola Home, teilte Google am Mittwochabend mit. Seit der Übernahme im Mai setzt der US-Internetkonzern alles daran, das bis dahin verlustreiche Motorola-Handygeschäft zu überholen und möglichst viel Nutzen aus den wertvollen Kommunikations-Patenten zu ziehen. Obwohl Google seit rund drei Jahren eine TV-Plattform betreibt, hatten die Amerikaner von vornherein kaum Interesse an den Empfangsgeräten. Bisher war Googles Bemühen, in dem TV-Geschäft Fuß zu fassen, eher erfolglos. Allerdings macht der Konzern keine genauen Angaben.

Arris wird die Kaufsumme in Aktien und mit Bargeld bezahlen. Im Zuge der Transaktion, die im zweiten Quartal 2013 über die Bühne gehen soll, steigt Google bei dem Kabelausrüstungsanbieter mit 15,7 Prozent ein. Der Deal muss noch von den Behörden genehmigt werden.

Bei den Anlegern kam die Nachricht unterschiedlich an: Während die Arris-Aktie nachbörslich rund 17 Prozent gewann, verloren Google-Papiere etwas. Die Papiere des britischen TV-Decoder-Herstellers Pace lagen am Donnerstag leicht im Plus. Der Konzern hatte ebenfalls eine Offerte für Motorola Home abgegeben.

Analysten begrüßten das Geschäft. Vor der 12,5 Milliarden Dollar schweren Übernahme waren die Sorgen groß, dass sich Google mit Motorola Mobility überheben könnte, da der Konzern bisher wenig Expertise im Hardware-Segment gesammelt hat. "Google hat sich effektiv von den meisten Produktionsstätten getrennt, die mit Motorola verbunden wurden", sagte Kerry Rice von der Investmentbanking-Firma Needham & Co.

"Es ist ein gutes Geschäft, gehört nur eben nicht zu Googles Kernbereichen", sagte Brian Wieser von der Beratungsfirma Pivotal Research. Motorola Home, mit Umsätzen von einer knappen Milliarde Dollar im dritten Quartal, dominiere zusammen mit Cisco Systems den US-Markt für Set-Top-Boxen.