EU zwingt Thomson Reuters zu Zugeständnissen bei Finanzdaten

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 17:06 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Nach massivem Druck der EU-Kartellwächter macht der Informationskonzern Thomson Reuters Zugeständnisse im Geschäft mit Finanzdaten.

Wegen der Zusagen des Unternehmens stellte die Europäische Kommission am Donnerstag ihr im Jahr 2009 gestartetes Wettbewerbsverfahren ein. Wie die Behörde mitteilte, will Thomson Reuters seinen Kunden künftig die Nutzung von Angeboten rivalisierender Anbieter erleichtern.

Der Streit drehte sich um die sogenannten Reuters Instrument Codes (RIC), das sind Wertpapier-Codes, die den Schlüssel bei der Datensuche bilden. Die Kommission hatte bemängelt, dass die Kunden die Codes bislang nicht dazu verwenden konnten, Daten von Konkurrenz-Unternehmen abzurufen. Die Behörde sah darin einen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch Thomson Reuters. Das soll sich nun ändern. Nach Auskunft der Kommission bot der Konzern an, eine neue Lizenz zu vergeben, die Kunden den auf Konkurrenz-Angebote erweiterten Gebrauch der Codes erlaubt.

"Die von Thomson Reuters offerierten Selbstverpflichtungen werden den Wettbewerb in diesem Markt verbessern", erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Ziel der Kommission ist auch, Wertpapierhändlern und anderen Finanzmarktakteuren einen Datenzugang zu vertretbaren Preisen zu ermöglichen. Thomson Reuters begrüßte die Entscheidung der Kommission. Zum Konzern gehört auch die Nachrichtenagentur Reuters.