SMA Solar kann mit Zukauf in China bei Anlegern punkten

Freitag, 21. Dezember 2012, 10:19 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Wechselrichterproduzent SMA bringt sich im hart umkämpften Solarmarkt mit einem Zukauf in China in Stellung.

An der Börse kamen die Akquisitionspläne am Freitag gut an. Der TecDax-Wert gehörte mit einem Aufschlag von beinahe fünf Prozent zu den wenigen Lichtblicken in einem insgesamt schwachen Markt. Nach Ansicht eines Aktienhändlers macht die Übernahme strategisch absolut Sinn. Analyst Sven Kürten von der DZ Bank blieb allerdings skeptisch und bekräftigte seine Verkaufsempfehlung. Es sei zwar gut, in China einen Fuß in die Tür zu bekommen. Aber mit der Übernahme der vergleichsweise kleinen Firma aus der Volksrepublik werde SMA wohl seine Probleme in Europa nicht los.

SMA hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, 72,5 Prozent an der Jiangsu Zeversolar New Energy zu kaufen, die ebenfalls Wechselrichter für Solaranlagen herstellt. SMA sichere sich dadurch den Zugang zum Wachstumsmarkt China und baue seine Stellung als Weltmarktführer aus. Der Unternehmenswert von Jiangsu Zeversolar bezogen auf den SMA-Anteil von 72,5 Prozent betrage umgerechnet rund 40 Millionen Euro abzüglich Verbindlichkeiten. SMA bringe den Kaufpreis aus Barmitteln auf.

SMA stellt Wechselrichter her, Herzstücke einer Solaranlage, und gilt als Weltmarktführer. Allerdings wächst die Konkurrenz in Asien, die mit billigerer Technik den Markt überschwemmt. Der Preisverfall macht SMA daher auch zunehmend zu schaffen. Die hessische Firma verbucht zwar immer noch schwarze Zahlen und steht damit besser da als deutsche Solarmodulbauer. Der Gewinn brach allerdings im dritten Quartal um die Hälfte ein. Im Gesamtjahr peilt SMA einen Umsatz von 1,3 bis 1,5 (1,67) Milliarden Euro an und einen operativen Gewinn von 100 bis 150 (240,3) Millionen Euro.