RWE kommt beim Verkauf von Beteiligungen voran

Freitag, 21. Dezember 2012, 13:05 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der durch die Atomwende unter Druck geratene Energiekonzern RWE treibt seine Beteiligungsverkäufe voran.

Der Essener Versorger trennte sich am Freitag von seinem Anteil in Höhe von 57,5 Prozent an der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-Aktiengesellschaft (KEVAG). Erwerber sei die EKO2 GmbH, an der die Stadt Koblenz und regionale Versorger beteiligt sind. Der Kaufpreis liegt bei rund 220 Millionen Euro. RWE will durch Beteiligungsverkäufe Milliarden einnehmen und so seine Kapitalbasis stärken und den finanziellen Handlungsspielraum erweitern - den Konzern drücken Milliarden-Schulden.

Insgesamt will RWE bis Ende 2013 Beteiligungen im Volumen von bis zu sieben Milliarden Euro veräußern. RWE-Chef Peter Terium hatte dieses Ziel indes zuletzt als ambitioniert bezeichnet. "Wir verkaufen nur unter der Voraussetzung, nicht unter Wert zu verkaufen", hatte er im Oktober Reuters gesagt. RWE hatte seine Ziele bereits zurückgenommen - Teriums Vorgänger Jürgen Großmann hatte noch einen Erlös von bis zu elf Milliarden Euro angepeilt.

RWE hatte sich bereits von Anteilen an Berlinwasser und der Saarbrücker VSE getrennt. Die Trennung von dem Kevag-Anteil sei eine "weiterer Fortschritt" bei der Umsetzung des Verkaufsprogramms, betonte RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz. RWE-Aktien notierten am Mittag nahezu unverändert bei 31,73 Euro.

 
Wind generators and the Niederaussem coal power plant of RWE Power, one of Europe's biggest electricity and gas companies, are reflected in the roof of a car in Rheidt, north-west of Cologne October 11, 2012. REUTERS/Wolfgang Rattay