Clariant verkauft konjunkturabhängige Chemie-Sparten

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 10:53 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant will mit dem Verkauf von drei kleineren Sparten seine Abhängigkeit vom Auf und Ab der Wirtschaft verringern.

Die Bereiche Textilchemie, Papierchemie sowie Emulsionen gehen für insgesamt 502 Millionen Franken (415 Millionen Euro) an die amerikanische Beteiligungsgesellschaft SK Capital, wie der Basler Konzern am Donnerstag mitteilte. Mit einem Umsatz von etwa 1,2 Milliarden Franken erwirtschaften die rund 3000 Beschäftigten in den drei Sparten etwa 15 Prozent der gesamten Konzernerlöse.

In einem nächsten Schritt sollen auch die Bereiche Lederchemie sowie Reinigungschemikalien und Zwischenprodukte zum Verkauf gestellt werden. "Bis Ende 2013 wird Clariant den überwiegenden Teil seines Umsatzes mit nicht-zyklischen, wachstumsstarken Geschäften erzielen," erklärte Konzernchef Hariolf Kottmann. Dafür soll vor allem das weniger konjunkturanfälligen Katalysatoren- und Energie-Geschäft der deutschen Süd-Chemie sorgen, die die Schweizer im Jahr 2011 übernahmen. Zuletzt bekamen die Basler wie auch die Konkurrenten DuPont, Dow Chemical und Akzo Nobel die sich abkühlende Wirtschaft in Europa zu spüren. Bei Clariant brach der Gewinn im dritten Quartal um 40 Prozent ein. Das traditionelle Chemie-Geschäft leidet ohnehin unter einer wachsenden Konkurrenz aus Asien.

Die Basler hatten die drei Sparten im Februar zum Verkauf gestellt und im Sommer hieß es in Finanzkreisen, der Preis könnte beim vier- bis fünffache des Betriebsgewinns liegen. Den Amerikanern, die auf Investitionen im Chemie- und Gesundheitsbereich spezialisiert sind, waren die Clariant-Teile mehr wert. Der Verkaufspreis, von dem 460 Millionen Franken in bar entrichtet werden, entspricht gut dem Sechsfachen des operativen Gewinns.

An der schwächeren Börse stieg der Clariant-Kurs um vier Prozent auf 12,30 Franken. Der Index der europäischen Chemieaktien verbesserte sich um 0,25 Prozent. Durch den Verkauf, der kaum mit Abschreibungen verbunden sein dürfte, werde sich die Gewinnmargen des ganzen Konzerns verbessern, erklärte ein Analyst der Bank Vontobel. Den Verkaufserlös dürfte Clariant laut Zürcher Kantonalbank (ZKB) zur Tilgung von Schulden verwenden.

Die Transaktion, die von den Verwaltungsräten der beiden Unternehmen bereits genehmigt wurde, soll bis zum Ende des zweiten Quartals 2013 unter Dach und Fach sein.