Sturm "Sandy" sprengt Budget von Hannover Rück nicht

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 14:36 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Wirbelsturm "Sandy" kann die Gewinn- und Dividendenpläne des weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück nicht durcheinanderwirbeln.

Der Sturm, der im Herbst vor allem über den Nordosten der USA hinweggefegt war, sei zwar der größte Einzelschaden für die Hannover Rück in diesem Jahr, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe) in einem Interview. "Aber auch er passt noch gut ins Großschadenbudget von insgesamt 560 Millionen Euro für 2012", fügte er hinzu. In den ersten neun Monaten hatte Hannover Rück erst 193 Millionen davon verbraucht, nachdem 2012 insgesamt ein glimpfliches Naturkatastrophen-Jahr war.

Vor "Sandy" verursachte in diesem Jahr die Dürre in den USA im Juli mit knapp 50 Millionen den höchsten Schaden für Hannover Rück. Insgesamt dürfte Sandy die Versicherer bis zu 25 Milliarden Dollar kosten. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück rechnet damit, dass ihn der Sturm einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kostet, die Nummer zwei Swiss Re geht von rund 700 Millionen Euro aus. Wallin sagte, Hannover Rück betreibe den Schutz vor Naturkatastrophen seit der Orkan-Serie 2005 sehr restriktiv. Das habe sich schon 2011 ausgezahlt.

Für das zu Ende gehende Jahr peilt Hannover Rück mehr als 800 Millionen Euro Gewinn an. Davon sollen die Aktionäre mit einer deutlich steigenden Dividende profitieren. Das Unternehmen habe mehr Eigenkapital, als es derzeit brauche, und wolle es auf diese Weise "vorsichtig zurückführen", sagte Wallin. "Deshalb könnte die nächste Ausschüttung 40 Prozent des Gewinns übersteigen, aber nicht wesentlich."

Die Dividende werde damit deutlich höher ausfallen als die in diesem Jahr ausgeschütteten 2,10 Euro je Aktie. "Und sicher ist auch, dass unser Großaktionär, die Talanx AG, mit einer Dividende von zum Beispiel 2,60 Euro nicht zufrieden wäre." Schon bei 800 Millionen Euro Nettogewinn und einer Ausschüttungsquote von 40 Prozent errechnen sich 2,65 Euro. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit 2,90 Euro.

Talanx hatte bei seinem Börsengang im Herbst Anleger auch mit der Aussicht auf eine höhere Ausschüttung der Tochterfirma Hannover Rück gelockt. Der Rückversicherer hatte angedeutet, bei der Ausschüttung über den sonst üblichen Korridor von 35 bis 40 Prozent des Gewinns hinauszugehen.

"Für Hannover Rück ist das Jahr bislang sehr erfreulich verlaufen. Wir verzeichnen ein kräftiges Prämienwachstum und eine verbesserte Profitabilität", sagte der Vorstandschef. Bei den Kapitalanlagen komme dem Unternehmen derzeit der Verkauf von Wertpapieren mit höheren Zinsen zugute, deren Kurse gestiegen seien. "Aber auch dieser Effekt wird irgendwann auslaufen", sagte Wallin. Dennoch soll der Gewinn auch 2013 bei mindestens 800 Millionen Euro liegen.