Klavierbauer Steinway steht nicht mehr zum Verkauf

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 14:04 Uhr
 

New York (Reuters) - Der legendäre US-Klavierbauer Steinway will sich nun doch nicht selbst verkaufen.

Diese Entscheidung habe das Management nach fast anderthalbjähriger Prüfung von strategischen Alternativen getroffen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend (Ortszeit) in New York mit. Es habe zwar eine Reihe unverbindlicher Offerten für den Hersteller von Flügeln, Saxophonen und Trompeten gegeben. Letztlich lägen im eigenen Strategieplan aber die größten Chancen für das Unternehmen. "Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Jahr 2013", sagte Firmenchef Michael Sweeney.

Steinway Musical Instruments steht unter Druck, weil es bei stagnierendem Absatz nicht gelang, die Produktionskosten wettbewerbsfähig zu halten. Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um zehn Prozent gesunken. Im Sommer 2011 wurde die Investmentbank Allen & Company beauftragt, bei der Suche nach einer Neuausrichtung zu helfen. Diskutiert wurde auch ein Verkauf des gesamten Unternehmens.

VON STEINWEG ZU STEINWAY

Der Klavierbauer will sich aber nach wie vor von seiner Steinway Hall trennen, die sich in Manhattans 57. Straße befindet. Deren Hauptbühne mit 2000 Sitzplätzen und war bis zur Eröffnung der Carnegie Hall 1891 die Heimat der New Yorker Philharmoniker. Heute dient das Haus vornehmlich als Showroom für die Instrumente der Firma.

Steinway-Flügel werden von Stars wie dem chinesischen Pianisten Lang Lang und dem New Yorker Jazz-Musiker Vijay Iyer gespielt. Frühere Aushängeschilder waren Musiklegenden wie Cole Porter und Sergej Rachmaninoff. Spitzenmodelle können deutlich mehr als 100.000 Euro kosten. Gegründet wurde das Unternehmen 1853 von Henry E. Steinway und seinen Söhnen. Der Firmengründer wurde 1797 als Heinrich Engelhard Steinweg in Wolfshagen im Harz geboren und wanderte 1850 in die USA aus.

 
Chinese concert pianist Lang Lang reacts after he played the Steinway Peace Piano in rehearsal before a performance at the UNICEF Headquarters in New York, May 20, 2004. REUTERS/Ray Stubblebine