Börsenriese Apple zahlt Firmenchef bescheidenes Gehalt

Freitag, 28. Dezember 2012, 13:40 Uhr
 

New York (Reuters) - Apple-Chef Tim Cook muss sich diesmal mit einer vergleichsweise bescheidenen Bezahlung begnügen: Trotz erfolgreicher Produkteinführungen und eines deutlich gestiegenen Aktienkurses bringt der Lenker des größten US-Börsenschwergewichts im ablaufenden Jahr mit rund 4,2 Millionen Dollar nur einen Bruchteil des Pakets von 2011 nach Hause.

Das geht aus einer Börsenpflichtmitteilung des Unternehmens vom Donnerstag hervor. Vergangenes Jahr hatte der Nachfolger des legendären Firmenmitgründers Steve Jobs noch die höchste Entlohnung eines US-Firmenchefs seit rund zehn Jahren eingesteckt. Der Grund dafür war eine horrende Sonderprämie, mit der Apple den im August 2011 an die Konzernspitze gewechselten Manager über viele Jahre an sich binden will. Seine langfristigen Aktienvergütungen summierten auf mehr als 376 Millionen Dollar. Darauf kann Cook aber erst ab 2016 zugreifen, die zweite Tranche davon gibt es nicht vor 2021.

Sein erstes volles Jahr als Apple-Chef wird Cook nun durchaus honoriert. Sein Arbeitgeber stockte das Grundgehalt 2012 um die Hälfte auf 1,4 Millionen Dollar auf. Hinzu kommen Boni über 2,8 Millionen Dollar, die nicht in Aktien gezahlt werden. Das Unternehmen betonte jedoch, die Barvergütung seines CEO liege "signifikant" unter dem Schnitt in vergleichbaren Konzernen. Eine ähnliche Bezahlung wie Cook bekommt etwa die neue Yahoo-Chefin Marissa Meyer. Zu den absoluten Spitzenverdienern gehört dagegen Oracle-CEO Larry Ellison, der für das Ende Mai abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt 96,2 Millionen Dollar kassierte. Laut Forbes-Liste ist Ellison der sechstreichste Mann der Welt.

In umgekehrter Hinsicht herausragend war Cooks im Oktober 2011 gestorbener Vorgänger Jobs. In seinen letzten drei Jahren auf dem Chefsessel ließ er sich nur ein symbolisches Gehalt von einem Dollar ausbezahlen. Jobs hatte allerdings im Jahr 2000 Aktienoptionen erhalten, die Analysten zufolge bereits damals fast 600 Millionen Dollar wert waren.

Cooks erste 16 Monate an der Apple-Spitze sind im Großen und Ganzen auf Beifall gestoßen. Produkteinführungen wie die des neuen iPhone 5 kamen gut an. Die langfristigen Aussichten des Unternehmens seien stark, insbesondere wenn es - wie vielfach spekuliert - in den nächsten Jahren eigene TV-Geräte auf den Markt bringen werde, sagte Fondsmanager Tim Ghriskey von Solaris Group. Der Apple-Aktienkurs lag zuletzt 37 Prozent über dem Niveau zum Amtsantritt Cooks. Einen Wermutstropfen bildete allerdings das Fiasko mit dem neuen Karten-Dienst, für das sich Cook im September öffentlich entschuldigte.

 
Apple CEO Tim Cook waves to the audience during an Apple event in San Jose, California October 23, 2012. REUTERS/Robert Galbraith (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY BUSINESS)