Zeitung - Finanzinvestoren an Schmolz+Bickenbach interessiert

Mittwoch, 2. Januar 2013, 09:48 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der verschuldete Spezialstahlkonzern Schmolz+Bickenbach hat einem Zeitungsbericht zufolge das Interesse von Finanzinvestoren auf sich gezogen.

Das "Handelsblatt" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Branchenkreise, eine Reihe von Private-Equity-Gesellschaften - darunter die auf Sanierungsfälle spezialisierten Apollo und Triton - prüften eine Übernahme des Düsseldorfer Unternehmens, das an der Züricher Börse gelistet ist. Schmolz+Bickenbach hat 821 Millionen Euro Schulden und kann möglicherweise bald die Bedingungen für seine Kredite nicht mehr erfüllen, wie Reuters aus Finanzkreisen erfahren hatte. Damit hätten die Banken - darunter Credit Suisse - das Recht, die Kredite zu kündigen.

Dem Zeitungsbericht zufolge soll es Ende März Gespräche mit den Banken geben. Schmolz+Bickenbach wollte sich nicht äußern. Apollo und Triton waren zunächst nicht erreichbar. In den ersten neun Monaten 2012 stand bei Schmolz+Bickenbach ein Verlust von 24 Millionen Euro zu Buche. Der Konzern, der durch Übernahmen in den vergangenen Jahren - unter anderem von Swiss Steel - stark gewachsen war, setzt im Jahr rund vier Milliarden Euro um. 43,2 Prozent der Aktien liegen bei den Familien der Firmengründer. "Bei den Familien fehlt das Kapital, um Geld in das Unternehmen zu injizieren", zitierte das "Handelsblatt" eine Person aus dem Aktionärsumfeld.

Ein Einfallstor für die Finanzinvestoren könnte eine Anleihe sein, die Schmolz+Bickenbach im Mai 2012 mit einem Volumen von 258 Millionen Euro und einem Zinssatz von 9,875 Prozent begeben hatte. Ein Käufer könnte die Papiere, die am Mittwoch rund 16 Prozent unter dem Nennwert notierten, aufkaufen und in Eigenkapital wandeln. Das würde reichen, um die Mehrheit zu übernehmen. Darauf könnte ein Übernahmeangebot folgen. Schon in den vergangenen Monaten hatten Banken Finanzkreisen zufolge einige Kreditpakete von Schmolz+Bickenbach verkauft.

Schmolz+Bickenbach hatte vor kurzem dem Rivalen Salzgitter dessen Stahl-Vorstand Johannes Nonn abgeworben. Er soll am 1. Februar die Arbeit in Düsseldorf aufnehmen.