Experte: Autobranche steht vor härtestem Jahr seit Langem

Mittwoch, 2. Januar 2013, 17:11 Uhr
 

München (Reuters) - Der Autobranche droht 2013 nach Ansicht von Experte Ferdinand Dudenhöffer ein besonders hartes Jahr.

"Die europäische Autoindustrie - insbesondere Südeuropa - steht vor ihrer größten Belastungsprobe seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte der Professor von der Universität Duisburg-Essen der Tageszeitung "Welt" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Die Euro-Zone bleibe länger in der Rezession, und der Abwärtstrend auf den Pkw-Märkten könne erst im nächsten Jahr gestoppt werden. In vielen Ländern, vor allem im schuldengeplagten Süden Europas, wurden 2012 so wenige Neuwagen verkauft wie seit Jahren nicht mehr.

In Spanien schrumpften die Absatzzahlen laut Branchenverband im Dezember um 23 Prozent, über das ganze Jahr 2012 belief sich das Minus auf 13 Prozent. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge lag mit knapp 700.000 so niedrig wie zuletzt zu Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1989. In Frankreich wurden im abgelaufenen Jahr 1,9 Millionen Autos neu zugelassen - das sind 14 Prozent weniger als 2011 und so wenige wie letztmals 1997. Autoexperte Dudenhöffer geht davon aus, dass 2013 und 2014 "Staatshilfen für die Autoindustrie in Südeuropa eingesetzt werden". Überkapazitäten in der Branche würden nur langsam abgebaut. Rabattschlachten hielten über die nächsten Jahre an.

Der Autoexperte rechnete zudem damit, dass Deutschland im weltweiten Vergleich an Bedeutung verlieren wird. "Deutschland wird ab 2015 nicht mehr unter den Top 5 der größten Automärkte der Welt sein." Russland und Indien dürften seiner Schätzung zufolge bis dahin vorbeigezogen sein.