Mobilfunkfusion in Österreich unter Dach und Fach

Donnerstag, 3. Januar 2013, 17:22 Uhr
 

Wien (Reuters) - Nach einer monatelangen Zitterpartie ist der Kauf des österreichischen Mobilfunkunternehmens Orange durch den Konkurrenten Hutchison unter Dach und Fach.

Am Donnerstag habe Hutchison die 1,3 Milliarden Euro schwere Übernahme von den bisherigen Eigentümern Mid Europa Partners und France Telecom abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Ein Großteil der Summe besteht jedoch aus Schulden. France Telecom bekommt nach eigenen Angaben für den Minderheitsanteil von 35 Prozent 70 Millionen Euro in bar.

Mit der Fusion sinkt die Zahl der Mobilfunkbetreiber im heiß umkämpften österreichischen Markt auf drei: den Marktführer Telekom Austria, gefolgt von der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile und Hutchison.

Hutchison übernimmt Orange Austria aber nicht komplett, sondern verkauft die Billigtochter Yesss sowie Frequenzen und Basisstationen für 390 Millionen Euro an die Telekom Austria weiter. Dieser Schritt wurde ebenfalls am Donnerstag vollzogen.

Die Unternehmen hatten die Transaktion bereits vor knapp einem Jahr angekündigt. Danach hatte es jedoch Monate gedauert, um die Wettbewerbshüter in Brüssel und Wien von dem Vorhaben zu überzeugen. Sie willigten schließlich Ende vergangenen Jahres ein.

Dennoch stößt die Übernahme und die dadurch bedingte Neuverteilung der Mobilfunkfrequenzen auf Widerstand beim Konkurrenten T-Mobile. Die Deutsche-Telekom-Tochter befürchtet, beim Aufbau des neuen LTE-Netzes für schnelles Internet zu kurz zu kommen und hat beim Verwaltungsgerichtshof in Wien Beschwerde eingereicht.