Kabel Deutschland setzt in Kartell-Clinch auf Verlängerung

Donnerstag, 3. Januar 2013, 18:00 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Das Tauziehen zwischen Kabel Deutschland und dem Kartellamt um ein Okay für die Übernahme des kleineren Rivalen Tele Columbus geht voraussichtlich in eine weitere Runde.

Nach der Abmahnung durch die Behörde arbeite Kabel Deutschland derzeit an einem Bündel von Vorschlägen, um die Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen, sagte ein Sprecher des größten deutschen Kabelkonzerns am Donnerstag. "Diese Zusagen könnten Gegenstand weiterer Gespräche sein und somit das Fusionskontrollverfahren in den Februar 2013 verlängern." Bislang wollte das Bonner Amt bis zum 16. Januar über das Übernahmevorhaben entscheiden.

Einem Kartellamtssprecher zufolge ist in einem solchen Verfahren eine Verlängerung der Prüffrist durchaus üblich, wenn die Zusagen des Unternehmens neue Sachverhalten enthalten, die noch einmal extra geprüft werden müssen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, da die Zusagen von Kabel Deutschland noch nicht bekannt seien.

Die Kartellwächter hatten Anfang Dezember "wettbewerbliche Bedenken" gegen den Kauf von Tele Columbus durch Kabel Deutschland angemeldet. "Der Zukauf von Tele Columbus würde die gemeinsame Marktbeherrschung verstärken", heiß es. Der Marktführer aus München hatte den gut 600 Millionen Euro schweren Deal im Mai angekündigt. Tele Columbus ist vor allem in Ostdeutschland sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv und war der letzte der großen Kabelbetreiber, der noch zu haben war. Das Kartellamt steht Übernahmen in der Kabelbranche traditionell sehr skeptisch gegenüber. Die Expansionspläne von Kabel Deutschland stoppten die Beamten schon einige Male. Den Zusammenschluss des Markt-Zweiten Unitymedia mit Kabel BW genehmigten sie nur unter weitreichenden Auflagen.