BMW gewährt keine hohen Rabatte mehr

Samstag, 5. Januar 2013, 15:54 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - BMW will künftig in Deutschland auf hohe Preisnachlässe zur Absatz-Ankurbelung verzichten und nimmt damit den Verlust von Marktanteilen in Kauf.

"Zu Premium passen dauerhaft keine hohen Rabatte. Sie sind weder für eine Marke noch für die Geschäftsentwicklung gut", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Samstag. "Wir haben uns deshalb entschieden, dass wir in Deutschland in diesem Jahr unsere Marktanteile nicht um jeden Preis verteidigen und Gewinn vor Absatz geht", merkte er an. Das Volumen sei deshalb deutlich zurückgenommen worden. "Und da reden wir nicht nur von 5000 Autos", betonte Reithofer.

BMW ist im Premium-Segment weltweit führend vor Audi und Mercedes. 2012 haben die Münchener mit rund 1,8 Millionen verkauften Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce einen neuen Absatzrekord aufgestellt. In den ersten elf Monaten wurden 1,39 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW ausgeliefert - mehr als von Mercedes mit 1,32 Millionen Pkws im gesamten Jahr. Die VW-Tochter Audi schaffte 2012 einen Absatz von mehr als 1,4 Millionen Autos.

Unterdessen treibt Reithofer den Bau von Elektro-Fahrzeugen voran. Denn ab 2020 muss BMW seiner Aussage zufolge eine "fünfstellige Zahl pro Jahr" an E-Autos absetzen, um über die ganze Flotte hinweg den geforderten CO2-Grenzwert in der EU zu erreichen. "Oder wir können in Europa nur noch kleine Autos verkaufen", sagte Reithofer. Strafzahlungen wegen Überschreitung der Grenzwerte seien für ihn keine Option. Ende des Jahres will BMW mit dem Karbon-Auto i3 sein erstes Serien-Elektrofahrzeug auf den Markt bringen.

Eine staatliche Kaufprämie für E-Fahrzeuge muss es nach Aussage von Reithofer nicht geben. Er fordert aber von der EU bei der Berechnung des Flottenverbrauchs eine stärkere Gewichtung der E-Autos. Nach den Vorstellungen der EU soll ein stromgetriebenes Fahrzeug im Vergleich zu einem Benziner oder Diesel nur 1,3-mal so stark berücksichtigt werden. "Das ist viel zu wenig", kritisierte der BMW-Chef. "In den USA werden Elektroautos bei dieser Berechnung langfristig mit dem Faktor 2,0 berücksichtigt. Ich halte den Faktor 2,5 in der EU für das Minimum."

 
Fallen autumn leaves are seen on the bonnet of a BMW parked in a street in London November 16, 2012. REUTERS/Russell Boyce (BRITAIN - Tags: TRANSPORT BUSINESS ENVIRONMENT)