Media-Saturn-Gründer Kellerhals stellt Metro-Chef Koch in Frage

Sonntag, 6. Januar 2013, 13:40 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der mit dem Mutterkonzern Metro im Clinch liegende Media-Saturn-Miteigner Erich Kellerhals greift erneut die Strategie von Vorstandschef Olaf Koch scharf an.

"Herr Koch versteht etwas von Finanzen, aber nichts von Handel. Er hat keine zukunftsweisende Strategie, sondern will nur noch sparen, sparen und nochmals sparen", sagte Kellerhals dem "Focus". Er stellt damit die Qualifikation des seit rund einem Jahr amtierenden Metro-Chefs, der zuvor die Finanzen des Handelsriesen verantwortet hatte, in Frage. Mit Kostensenkungen allein habe bisher noch kein Unternehmen reüssiert, merkte Kellerhals an. Auch Kochs Vorgänger Eckhard Cordes hatte er mehrfach harsch kritisiert. Metro lehnte einen Kommentar ab.

Metro und Kellerhals liegen seit Jahren im Streit um die Macht bei Media-Saturn. Der Milliardär hält zwar nur einen Anteil von gut 21 Prozent an Europas größter Elektromarktkette, besitzt aber ein Vetorecht in allen wichtigen Entscheidungen. Er wirft Koch vor, ihm das Unternehmen wegnehmen zu wollen. "Er will mich enteignen, indem er meine Mitspracherechte durch juristische Spitzfindigkeiten auszuhöhlen versucht", sagte Kellerhals dem Magazin. Koch schlage nach außen hin zwar leisere Töne als sein Vorgänger an, in der Sache selbst sei er aber kompromisslos.

Erst vor wenigen Wochen hatte Kellerhals erklärt, die Expansion von Media-Saturn in China nicht zu unterstützen. Seine Gesellschaft Convergenta Invest GmbH werde sich aus der für die Expansion in China gegründeten Media-Saturn-Gesellschaft zurückziehen, hatte er mitgeteilt. Seine Entscheidung hatte Kellerhals mit der "mangelnden Investitionsbereitschaft der Metro" begründet.