Magazin: Swiss-Life-Tochter AWD nur mit magerem Gewinn 2012

Sonntag, 6. Januar 2013, 15:26 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der zum Schweizer Lebensversicherer Swiss Life gehörende deutsche Finanzmakler AWD hat einem Magazin-Bericht zufolge seine Ziele 2012 deutlich verfehlt und nur einen mageren Gewinn erzielt.

Die inzwischen unter "Swiss Life Select" firmierende Tochter habe von der Zielvorgabe, 50 bis 60 Millionen Euro Gewinn zu liefern, "nicht einmal zehn Prozent erreicht", berichtet der "Focus" unter Verweis auf Kreise des Schweizer Lebensversicherers. Ursache für das schwache Ergebnis seien Rückstellungen für Schadensersatz-Prozesse wegen Falschberatung vor allem in Österreich - sowie die Abwanderung zahlreicher Berater. Swiss Life lehnte dem Bericht zufolge einen Kommentar ab und verwies auf die Bekanntgabe des Jahresabschlusses am 27. Februar.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Schweizer einen Schlussstrich unter das unrühmliche Kapitel AWD gezogen. So wurde der Name des von Carsten Maschmeyer gegründeten Finanzvertriebs getilgt und die Firma verkleinert. Zudem hatte Swiss-Life den ursprünglichen Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro im vierten Quartal um rund 480 Millionen Euro wertberichtigt. AWD konnte die Umsatzhoffnung nie erfüllen. Zugleich hagelte es mit der Finanzkrise Klagen von enttäuschten Kunden, die AWD Falschberatung und zu hohe Provisionen vorwarfen. Zwar wurden die Klagen vor deutschen Gerichten in vielen Fällen abgewiesen, aber die Prozesse nagten an der Reputation und verursachten Kosten.