Börse spekuliert über neuen Daimler-Großaktionär aus China

Montag, 7. Januar 2013, 17:13 Uhr
 

Stuttgart (Reuters) - An der Börse machen Spekulationen über den möglichen Einstieg eines chinesischen Staatsfonds bei Daimler die Runde.

Befeuert wurden die Spekulationen von einem Bericht auf der chinesischen Internet-Seite "People's Daily Online", wonach die China Investment Corporation vier bis zehn Prozent der Anteile des Stuttgarter Autobauers übernehmen wolle. Die Aktien des Autobauers kletterten zu Wochenbeginn am Montag gegen den schwächeren Börsentrend in der Spitze um bis zu 2,4 Prozent auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Ein Insider sagte Reuters allerdings, der Internet-Bericht entbehre jeder Grundlage.

Der chinesische Fonds CIC lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Daimler-Sprecher wollte sich ebenfalls nicht zu dem Bericht äußern. Das Unternehmen stehen neuen Investoren jedoch "aufgeschlossen" gegenüber. Vor Weihnachten hatte das ohne schützenden Ankerinvestor dastehende Unternehmen in China bei Investoren die Werbetrommel gerührt, zudem hatte Vorstandschef Dieter Zetsche Ende Dezember in einem Zeitungsinterview um neue langfristig orientierte Aktionäre geworben. Daimler seien "auch Investoren aus China willkommen", hatte Zetsche gesagt, dessen Vertrag in den nächsten Wochen voraussichtlich um weitere drei Jahre verlängert wird.

Die Investor-Relations-Abteilung des Unternehmens hatte kurz vor Jahresschluss Anleger und Analysten auf eine geringere Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr eingestimmt: Nach dem absehbaren Rückgang des operativen Gewinns im Jahr 2012 sei eine Dividende je Aktie in Höhe von zwei Euro realistischer als die für 2011 ausgeschütteten 2,20 Euro. Ende Oktober hatte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber noch erklärt, von dem im Jahr 2012 erwarteten Nettoergebnis her könne Daimler die Dividende stabil halten.

Größter Aktionär bei Daimler ist - nach dem Ausstieg des Staatsfonds Aabar aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi - das Golf-Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent der Anteile. Aabar hatte sich im Herbst 2012 nach fehlgeschlagenen Derivate-Geschäften endgültig von seinen Daimler-Papieren getrennt, der Fonds war Daimler in der Finanzkrise 2009 beigesprungen und hatte für rund zwei Milliarden Euro einen direkten Aktienanteil von gut neun Prozent erworben. Der Wert dieses Aktienpakts verdoppelte sich zwar bis 2012 nahezu. Aabar hatte den Deal jedoch mit Hilfe von Investmentbanken eingefädelt und war dabei Wetten eingegangen, die am Ende nicht aufgingen und milliardenschwere Bewertungsverluste einbrachten.