Swatch schafft trotz Abkühlung in China Rekordumsatz

Donnerstag, 10. Januar 2013, 10:27 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch hat trotz der Schuldenkrise und einer Konjunkturabkühlung im wichtigen Exportmarkt China einen Rekordumsatz erwirtschaftet.

Im vergangenen Jahr stiegen die Verkäufe um 14 Prozent auf 8,14 Milliarden (6,7 Milliarden Euro), wie der größte Uhrenkonzern der Welt am Donnerstag mitteilte. Auch unter dem Strich verdiente der Konzern wohl mehr als die 1,28 Milliarden Franken im Jahr 2011. Genaue Angaben sollen im Februar veröffentlicht werden. Es sei ein gutes Resultat bei Gewinn und Betriebsgewinn zu erwarten, erklärte Swatch. Dies gelte trotz hoher Marketingkosten wegen der Olympischen Spiele in London.

Für 2013 rechnet der Konzern, der von Luxusmarken wie Breguet und Omega bis zu der Plastik-Uhr Swatch das ganze Uhrenspektrum abdeckt, mit einem "gesunden" Wachstum. "Die Marken sind gut ins neue Jahr gestartet", teilte Swatch mit.

Nach Ansicht von Kepler-Analyst Jon Cox hat das Jahr für den Konzern wohl ganz gut begonnen. Große Highlights seien bisher aber wohl ausgeblieben. Das könne auch damit zu tun haben, dass in China das Neujahrsfest später gefeiert werde als im letzten Jahr. Die Konjunkturschwäche in China konnten die Schweizer aber ausgleichen. Der Umsatz habe "in allen Regionen und Preissegmenten, insbesondere auch außerhalb des Großraums China" zugenommen und die Marktanteile seien gestiegen, so Swatch. Angesichts der Tatsache, dass der Konzern vergleichsweise stark von China abhängig sei, sei das eine beruhigende Nachricht, hieß es in einem Kommentar der UBS.

Insgesamt scheint Swatch laut Kepler-Analyst Cox aber die Gewinnerwartungen für 2012 dämpfen zu wollen. Auch Rivalen wie Burberry und Gucci hatten davor gewarnt, dass die Märkte in China schwieriger würden. Swatch-Konzernchef Nick Hayek versah zuletzt die Acht-Milliarden-Umsatzmarke wiederholt wieder mit einem Fragezeichen. Von Reuters befragte Analysten hatten den Umsatz auf 8,05 Milliarden Franken veranschlagt. Sie rechnen mit einem Gewinn von etwa 1,5 Milliarden Franken.

An der Börse verlor die Aktie nach Gewinnmitnahmen 1,8 Prozent auf 491 Franken. Der Titel hatte im Vorjahr um mehr als 30 Prozent zugelegt und gehört zu den Aktien an der Schweizer Börse, die am besten abgeschnitten haben. Der Swatch- Aktienkurs hat sich in den vergangenen vier Jahren etwa vervierfacht.

 
A woman looks at watches at a Swatch store at Zurich central station July 24, 2012. REUTERS/Arnd Wiegmann