AIG - Keine Klage gegen US-Regierung wegen Rettungsaktion

Donnerstag, 10. Januar 2013, 07:49 Uhr
 

New York/Washington (Reuters) - Der in der Finanzkrise vom Staat gerettete US-Versicherungskonzern AIG wird nicht gegen die Regierung klagen.

Nach einem Aufschrei in der Öffentlichkeit und Politik gab AIG am Mittwoch bekannt, eine Beteiligung an einer Schadenersatzklage über 25 Milliarden Dollar des früheren Konzern-Chefs Hank Greenberg nicht mehr in Betracht zu ziehen. Das Board sei mit der Prüfung der Klage seinen Pflichten nachgekommen, teilte der Konzern mit. AIG werde das Anliegen von Greenberg nicht weiter verfolgen, noch dürfe seine Holdingfirma Starr im Namen von AIG handeln. "Amerika hat in 62.000 AIG-Angestelle investiert und wir haben unser Versprechen gehalten, dieses großartige Unternehmen wieder aufzubauen, jeden Dollar, den Amerika in uns investiert hat, zurückzuzahlen und für diejenigen Gewinn zu erwirtschaften, die an uns geglaubt haben", sagte Verwaltungsratschef Steve Miller.

Starr International hielt vor dem bevorstehenden Kollaps von AIG zwölf Prozent der Anteile. Greenberg wirft der New Yorker Notenbank vor, mit dem AIG-Hilfspaket die Wall-Street-Banken auf Kosten der AIG-Aktionäre gerettet und dafür überzogene Zinsen verlangt zu haben. Der Rettungseinsatz im Jahr 2008 war mit 182 Milliarden Dollar der größte in der US-Wirtschaftsgeschichte. Er hat sich mittlerweile für den Staat ausgezahlt. Der Rückzug aus dem verstaatlichten ehemaligen größten Versicherungskonzern spülte einen Gewinn in die Staatskassen.

Die Überlegungen von AIG, sich an der Klage zu beteiligen, wurden in Öffentlichkeit und Politik scharf kritisiert. So setzte der Komödiant Andy Borowitz einen Brief des Versicherers auf, indem die Steuerzahler um mehr Geld gebeten wurden, um für die Prozesskosten aufzukommen. Auch auf Twitter machten viele Amerikaner ihrem Ärger Luft. Topsy Analytic zufolge wurde AIG am Dienstag 50mal mehr genannt als sonst.