Deutsche Maschinenenbauer machen zum Jahresende schlapp

Donnerstag, 10. Januar 2013, 10:07 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die deutschen Maschinenbauer haben zum Jahresende einen Dämpfer erhalten: Nach zwei verheißungsvollen Monaten mit Orderzuwächsen verfehlte der Auftragseingang im November das Vorjahresniveau, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte.

Die Bestellungen sanken insgesamt um drei Prozent, im Inland um zwei und im Ausland um vier Prozent. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers nannte die Entwicklung allerdings wenig spektakulär: "Insgesamt brachte der Monat November keine Überraschungen, weder negative noch positive."

Das Auslandsgeschäft habe die ungewöhnlich hohen Orders im September und Oktober aus dem Nicht-Euro-Raum nicht noch einmal wiederholen können. Im Geschäft mit Inlandskunden habe sich aber die bereits im Oktober zu beobachtende Stabilisierung fortgesetzt, erklärte Wiechers.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich September bis November ergab sich insgesamt ein Plus von fünf Prozent. Während die Inlandsaufträge um sechs Prozent sanken, legten die Auslandsaufträge um zehn Prozent zu.

Die Maschinenbauer hatten im September erstmals nach knapp einem Jahr wieder ein Auftragsplus verbucht. Der Branche mit ihren mehr als 900.000 Beschäftigten, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp, Gea oder Gildemeister gehören, macht die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung zu schaffen. Die Kunden halten sich mit Investitionen in neue Maschinen und Anlagen zurück.

Der deutschen Industrie war insgesamt zum Jahresende die Kraft ausgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, fielen die Einnahmen des Verarbeitenden Gewerbes im November um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und schrumpften damit bereits den dritten Monat in Folge.