Riss in 787-Cockpitscheibe - US-Behörde greift ein

Freitag, 11. Januar 2013, 13:50 Uhr
 

Washington/Tokio (Reuters) - Die Pannenserie beim neuen Boeing-Flugzeug Dreamliner reißt nicht ab und ruft nun auch die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan.

Nach einer Woche fast täglicher Zwischenfälle mit den prestigeträchtigen Maschinen des Airbus-Rivalen meldete die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways am Freitag zwei neue Probleme bei zwei 787-Maschinen: einen Riss im Cockpit-Fenster sowie ein Ölleck im Triebwerk. Die Probleme der Tage zuvor reichten von Schwierigkeiten mit Bremsen bis hin zu einem Brand an Bord eines leeren Flugzeugs. Die Federal Aviation Administration (FAA) leitete eine umfassende Untersuchung von Design und Montage des Flugzeugs ein. Details sollten später am Freitag genannt werden. Dies stellt einen herben Rückschlag für Boeing dar.

All Nippon Airlines teilte mit, der Riss sei während eines Inlandsfluges aufgetreten. Die Maschine aus Tokio landete demnach sicher auf ihrem Zielflughafen im Westen des Landes, der Rückflug wurde annulliert. Nach der Landung einer anderen 787 im Süden Japans sei zudem Öl aus einem Triebwerk ausgelaufen. Das Flugzeug sei anschließend mit einiger Verspätung nach Tokio zurückgeflogen. Bei keinem der Zwischenfälle gab es Verletzte.

Ein Boeing-Sprecher sagte zu dem Riss, so etwas komme auch in anderen Flugzeugen immer mal wieder vor. Dies sei kein Zeichen für grundlegende Schwierigkeiten. Am Donnerstag hatte Boeing-Chefingenieur Mike Sinnett öffentlich das nach Listenpreis gut 200 Millionen Dollar teure Vorzeigemodell des Konzerns verteidigt. Sinnett betonte, das Flugzeug sei absolut sicher. Er räumte aber ein, dass die in dem Flugzeug eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien bei Überhitzung Feuer fangen können und nur schwer zu löschen seien. Trotzdem seien sie die richtige Wahl.

Boeing setzt im Dreamliner auf die neue Batterie-Technologie statt auf traditionelle Hydraulik-Systeme. Dadurch wird das Gewicht des Flugzeugs reduziert und beim Flug Sprit gespart. Boeing hatte den Dreamliner nach jahrelanger Verzögerung Ende 2011 an den Start gebracht. Ende 2012 hatten die Amerikaner 848 Maschinen dieses Typs verkauft und 49 ausgeliefert. Einige Experten stimmen Boeing zu, dass es sich bei den jüngsten Problemen um normale Anfangsschwierigkeiten handelt. Andere befürchten einen Vertrauensverlust der Öffentlichkeit.