US-Luftfahrtbehörde leitet Überprüfung von Dreamliner ein

Freitag, 11. Januar 2013, 19:39 Uhr
 

Washington/Tokio (Reuters) - Nach der Pannenserie bei der neuen Boeing-Maschine Dreamliner hat die US-Luftfahrtbehörde eine Überprüfung des Flugzeug-Typs angeordnet.

Nach einer Woche fast täglicher Zwischenfälle mit den prestigeträchtigen Maschinen des Airbus-Rivalen meldete die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways am Freitag zwei neue Probleme bei zwei 787-Maschinen: einen Riss im Cockpit-Fenster sowie ein Ölleck im Triebwerk. Die Probleme an den vorherigen Tagen reichten von Schwierigkeiten mit Bremsen bis hin zu einem Brand an Bord eines leeren Flugzeugs.

Die Federal Aviation Administration (FAA) hält den Dreamliner nach eigenen Angaben zwar grundsätzlich für sicher, leitete aber dennoch eine umfassende Untersuchung von Design und Montage des Flugzeugs ein. Der Schwerpunkt der Untersuchung werde auf der Elektronik liegen, kündigte der neue FAA-Chef, Michael Huerta, an. "Das Flugzeug ist nach unserer Einschätzung sicher", sagte er im Beisein von US-Verkehrsminister Ray LaHood in Washington. Boeing erklärte, man begrüße, dass es zu der Überprüfung komme. Die Boeing-Aktie tendierte 2,6 Prozent im Minus.

All Nippon Airlines teilte mit, der Riss sei während eines Inlandsfluges aufgetreten. Die Maschine aus Tokio landete demnach sicher auf ihrem Zielflughafen im Westen des Landes, der Rückflug wurde annulliert. Bei einer anderen 787 sei nach der Landung im Süden Japans Öl aus einem Triebwerk ausgelaufen. Das Flugzeug sei anschließend mit einiger Verspätung nach Tokio zurückgeflogen. Bei keinem der Zwischenfälle gab es Verletzte.

Ein Boeing-Sprecher sagte zu dem Riss, so etwas komme auch in anderen Flugzeugen immer mal wieder vor. Dies sei kein Zeichen für grundlegende Schwierigkeiten. Am Donnerstag hatte Boeing-Chefingenieur Mike Sinnett öffentlich das nach Listenpreis gut 200 Millionen Dollar teure Vorzeigemodell des Konzerns verteidigt. Sinnett betonte, das Flugzeug sei absolut sicher.

Boeing setzt im Dreamliner auf die neue Batterie-Technologie statt auf traditionelle Hydraulik-Systeme. Dadurch wird das Gewicht des Flugzeugs reduziert und beim Flug Sprit gespart. Boeing hatte den Dreamliner nach jahrelanger Verzögerung Ende 2011 an den Start gebracht. Ende 2012 hatten die Amerikaner 848 Maschinen dieses Typs verkauft und 49 ausgeliefert. Einige Experten stimmen Boeing zu, dass es sich bei den jüngsten Problemen um normale Anfangsschwierigkeiten handelt. Andere befürchten einen Vertrauensverlust der Öffentlichkeit.