Öffentlich-rechtliche Versicherer wollen zusammenrücken

Samstag, 12. Januar 2013, 12:10 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Sparkassen-Versicherungen in Deutschland wollen enger zusammenarbeiten.

Bei einem Spitzentreffen in Berlin hätten sich die Sparkassen-Vertreter darauf verständigt, sich Gedanken über mögliche gemeinsame Projekte zu machen, sagte der bayerischen Sparkassen-Präsident Theo Zellner am Freitagabend zu Reuters. "Wir wollen innerhalb der öffentlich-rechtlichen Versicherer Möglichkeiten ausloten, wie wir besser zusammenarbeiten können." Darüber wolle man unter dem Dach des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) sprechen.

Der Versicherungskonzern Allianz hatte Ende 2012 seine Fühler nach der Provinzial Nordwest, Deutschlands zweitgrößtem Sparkassen-Versicherer, ausgestreckt, und damit Bewegung im öffentlich-rechtlichen Lager ausgelöst. Die meisten Sparkassen wollen nämlich mit aller Kraft verhindern, dass ein privates Unternehmen in die Phalanx der Sparkassen-Versicherer einbricht. "Es würde den Gesprächen im öffentlich-rechtlichen Lager guttun, wenn diese stattfinden, ohne private Anbieter hinzuzuholen", sagte Zellner.

Bislang gibt es kaum Kooperationen unter den zahlreichen Versicherern im Sparkassenlager, die zusammen einen Marktanteil von rund zehn Prozent haben. Mehr als 90 Prozent der Beitragseinnahmen der öffentlich-rechtlichen Versicherungsfirmen von insgesamt 18 Milliarden Euro entfallen auf die fünf größten Anbieter - mit der Versicherungskammer Bayern an der Spitze.

Im Sparkassenlager heißt es, bei einer Konsolidierung der Versicherer seien Einsparungen von 500 Millionen Euro möglich. Neben Fusionen, die wegen der Eigentümerstruktur kompliziert wären, könnten die Sparkassen auch einzelne Sparten enger usammenbringen. Denkbar seien in einem ersten Schritt auch lose Kooperationen einzelner Geschäftsbereiche, wie etwa in der Informationstechnologie, sagten mehrere Sparkassen-Vertreter.

(Reporter: Andreas Kröner; redigiert von Jörn Poltz)