Hurrikan "Sandy" passt bei Hannover Rück noch ins Budget

Montag, 14. Januar 2013, 12:35 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Hurrikan "Sandy" wirbelt die Gewinnplanungen der Hannover Rück nicht durcheinander.

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer hat sein Ziel, 2012 einen Nettogewinn von mehr als 800 Millionen Euro zu erwirtschaften, nach eigenen Angaben erreicht. Dabei war "Sandy", die im Herbst vor allem im Nordosten der USA verheerende Schäden verursachte, nach der am Montag vorgelegten Bilanz mit 238 Millionen Euro der mit Abstand größte Einzelschaden der Hannover Rück im vergangenen Jahr. Er passe aber "komfortabel" in das Budget von 560 Millionen Euro, das die Hannover Rück für Großschäden beiseitegelegt habe, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin. Bis Ende September hatte die Tochter des Versicherungskonzerns Talanx erst 193 Millionen Euro davon verbraucht.

"Unsere Erwartung, für 2012 ein Konzernergebnis von mehr als 800 Millionen Euro erreichen zu können, wird durch diese Schadenbelastung nicht beeinträchtigt", bekräftigte Wallin. Von den 261 Millionen Euro, die Hannover Rück für Sandy zahlen muss, würden 23,5 Millionen Euro durch nachträgliche Prämienerhöhungen wettgemacht. Auch für 2013 hat Wallin mehr als 800 Millionen Euro Gewinn in Aussicht gestellt.

Nach Schätzungen von Branchenexperten hat "Sandy" Schäden von 50 Milliarden Dollar verursacht, von denen Versicherer 25 Milliarden Dollar tragen müssen. Andere Rückversicherer hat der Wirbelsturm weit härter getroffen als Hannover Rück: Die Swiss Re hatte ihre Schadenbelastung auf 900 Millionen Dollar veranschlagt, der Branchenprimus Münchener Rück hat einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag genannt.

Hannover Rück hat seinen Aktionären für 2012 eine großzügigere Ausschüttung versprochen. Das Unternehmen habe mehr Eigenkapital als es derzeit brauche und wolle es auf diese Weise "vorsichtig zurückführen", hatte Vorstandschef Wallin kürzlich in einem Interview gesagt. Deshalb soll die Dividende deutlich über den für 2011 gezahlten 2,10 Euro liegen und etwas über 40 Prozent des Gewinns betragen. Analysten erwarten Beträge zwischen 2,70 und 3,00 Euro. "Und sicher ist auch, dass unser Großaktionär, die Talanx AG, mit einer Dividende von zum Beispiel 2,60 Euro nicht zufrieden wäre", hatte Wallin gesagt. Talanx hatte bei seinem Börsengang im Herbst Anleger auch mit der Aussicht auf eine höhere Ausschüttung der Tochterfirma Hannover Rück gelockt.