Conti erwartet 2013 geringeres Wachstum

Montag, 14. Januar 2013, 17:06 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental stellt sich nach den Rekorden des vergangenen Jahres auf geringere Wachstumsraten ein.

Angesichts der schwachen Vorzeichen an den Automobilmärkten strebe der Konzern für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent auf mehr als 34 Milliarden Euro an, kündigte Vorstandschef Elmar Degenhart am Montag anlässlich der Automesse Detroit an. Im abgelaufenen Jahr hatte Conti den Umsatz um sieben Prozent auf 32,7 Milliarden Euro gesteigert, etwas mehr als prognostiziert.

Der bereinigte Betriebsgewinn lag bei knapp 3,5 Milliarden Euro; die operative Umsatzrendite auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte auf 10,7 (Vorjahr: 10,1) Prozent. Die Rendite will Conti auch im laufenden Jahr oberhalb von zehn Prozent halten.

Bei Conti sind die Werke besser beschäftigt als noch zum Schluss des vergangenen Jahres. Daher schließt der Konzern aus Hannover für sich derzeit Kurzarbeit aus. Das Unternehmen begründete dies damit, dass keine Fabrik alleine von Aufträgen der Nutzfahrzeugbauer abhänge und die Krise deshalb nicht so stark durchschlage.

Anderen Zulieferern geht es dagegen schlechter. Der weltgrößte Kugellagerhersteller SKF streicht wegen der Konjunkturflaute 2500 Stellen, fünf Prozent der weltweiten Arbeitsplätze. Bei MAN sind seit Montag mehr als 5000 Beschäftigte in Zwangspause.

Conti rechnet für die ersten drei Monate 2013 in Europa mit einem Rückgang der Automobilproduktion um zehn bis zwölf Prozent. In den USA werde die Produktion bis zur Jahresmitte "eher stabil, vielleicht etwas rückläufig" sein, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer im Gespräch mit Reuters. Für das Gesamtjahr rechnet er in den USA mit einem Produktionsanstieg von zwei Prozent aus. Im abgelaufenen Jahr hatte die Branche den Rückgang in Europa noch locker wettgemacht - durch ein hohes Plus in den USA und in China.

BREMSSPUREN

Das dürfte in diesem Jahr nicht so einfach sein, zumal das Wachstum in den USA an Schwung verlieren dürfte. Lediglich in China wird ein weiter starkes Wachstum erwartet. Die Unsicherheit über den Verlauf der Autokonjunktur bleibt damit groß. "Wir werden deshalb das hohe Tempo des erfolgreichen Jahres 2012 voraussichtlich nicht ganz halten können", schätzt Conti-Chef Elmar Degenhart.

Der im vergangenen Jahr in den Leitindex Dax zurückgekehrte Reifenkonzern macht ein schwächeres Wachstum in Europa durch bisher seine weltweite Präsenz wett. Für einen Ausgleich von Schwankungen sorgt zudem das stabile Reifengeschäft, das Conti in den nächsten Jahren weiter ausbauen will. Dazu baut der Konzern die Produktion in China und Brasilien in den nächsten Jahren massiv aus.

 
Elmar Degenhart, CEO of Germany's Continental AG, poses for a picture in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange September 6, 2012. Continental returned after 45 months to Germany's benchmark DAX index. REUTERS/Alex Domanski (GERMANY - Tags: BUSINESS)