BayernLB verkauft Lufthansa-Aktienpaket für 127 Millionen

Dienstag, 15. Januar 2013, 12:19 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die BayernLB hat ein Aktienpaket an der Lufthansa verkauft und treibt damit die von der EU geforderte Fokussierung auf ihr Kerngeschäft voran.

"Die BayernLB hat im Rahmen der EU-Verpflichtung ihren gesamten Anteil an der Lufthansa abgegeben", sagte ein Sprecher der zweitgrößten deutschen Landesbank am Dienstag.

Finanzkreisen zufolge warf das Institut 8,8 Millionen Aktien zu je 14,43 Euro auf den Markt. Das entspricht rund zwei Prozent des Grundkapitals der Lufthansa und einem Gesamtpreis von etwa 127 Millionen Euro. Die Münchener Bank wollte sich zu den Details nicht äußern. Die Papiere von Deutschlands größter Fluggesellschaft verloren rund zwei Prozent auf 14,34 Euro und zählte damit zu den größten Verlieren im Leitindex Dax.

Die BayernLB, die in der Finanzkrise 2008 vom Freistaat mit einer Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro vor der Pleite gerettet wurde, hat sich im Sommer 2012 mit der EU-Kommission auf einen Ausgleich für die Staatshilfen geeinigt. Die Bank muss zahlreiche Geschäfte verkaufen, ihre Bilanzsumme auf gut 200 Milliarden Euro senken und fünf Milliarden Euro der Staatshilfen bis 2019 zurückzahlen. Künftig will sie sich auf Geschäfte mit Unternehmen, Sparkassen, Kommunen und Privatkunden vor allem in Bayern konzentrieren.

Auch andere deutsche Landesbanken müssen auf Druck der EU-Kommission schrumpfen und sich von Geschäftsbereichen und Beteiligungen trennen. Die LBBW hat zuletzt beispielsweise ihre Anteile an der SV Versicherung sowie am Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) losgeschlagen.