Deutschland will Führungsrolle bei EADS-Progammen

Mittwoch, 16. Januar 2013, 12:33 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Deutschland strebt bei Airbus eine deutlich größere Mitsprache an. Als neuer Großaktionär des Mutterkonzerns EADS will die Bundesregierung dem Partner Frankreich stärker die Stirn bieten und im Interesse heimischer Standorte bei wichtigen Entscheidungen des Flugzeugbauers mitbestimmen.

"Ziel der Bundesregierung ist es, dass die deutsche Luftfahrtindustrie eine Führungsrolle bei künftigen Airbus-Programmen übernehmen kann", betonte das Bundeswirtschaftsministerium. Dies ist Teil der neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung, die das Kabinett am Mittwoch beschloss. Das Programm könnte für Konfliktstoff mit dem Firmenmanegement und den Airbus-Partnerländern sorgen, insbesondere Frankreich.

Die Bundesregierung bemängelt, dass es in der Verteilung wichtiger Aufgaben bei Airbus zuletzt eine stärkere Konzentration auf den französischen Standort Toulouse gegeben habe. Es komme nun darauf an, die Potenziale aller Standorte in Europa effizient auszuschöpfen. Künftig müsse es ein stärkeres Gleichgewicht der Verantwortlichkeiten zwischen den Fertigungsstätten geben. "Vor allem das Nachfolgeprogramm der heutigen A320-Familie ist für deutsche Standorte wichtig", erläuterte das Wirtschaftsministerium.

Darüber hinaus will sich die Bundesregierung stärker für gleiche Wettbewerbsbedingungen im weltweiten Luftverkehr einsetzen. Sie plädiert dafür, mittelfristig für die Branche ein neues internationales Abkommen unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) zu schließen. Alle Länder mit global agierenden Luftfahrtunternehmen sollten darin eingebunden werden. Ziel solle auch sein, den staatlichen Einfluss auf die Branche zurückzudrängen.