Kreise - BMW-Chefaufseher soll bis 2016 im Amt bleiben

Mittwoch, 16. Januar 2013, 13:46 Uhr
 

München (Reuters) - Der Autobauer BMW will laut einem Insider seinen Aufsichtsratschef auch nach Überschreiten der internen Altersgrenze im Amt halten.

Das Mandat von Joachim Milberg, der im April 70 Jahre alt wird, solle bis 2016 verlängert werden, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Mittwoch. 2016 läuft der Vertrag von Norbert Reithofer als Konzernchef aus - dann erreicht er die für Vorstände geltende reguläre Altersgrenze von 60 Jahren. Das "Manager Magazin" berichtete unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, die Quandt-Familie als Hauptaktionärin habe bereits ihre Zustimmung signalisiert, dass Milberg länger amtiere. Ein BMW-Sprecher wollte sich nicht äußern: "Zu Angelegenheiten des Aufsichtsrats geben wir keine Auskunft."

Der gelernte Maschinenschlosser Milberg, der in der Vergangenheit auch Vorstandsvorsitzender des Oberklasse-Autobauers war, leitet seit 2004 das Kontrollgremium. Gemäß der bei BMW geltenden Altersgrenze von 70 Jahren für Aufsichtsräte müsste er den Posten bei der Hauptversammlung im Mai dieses Jahres abgeben. Einzelfallausnahmen sehen jedoch vor, dass der Chefkontrolleur bis zu seinem 73. Geburtstag amtieren darf, etwa "zur Unterstützung einer geordneten Nachfolgeplanung". Im Konzern heißt es, derzeit sei kein Nachfolger in Sicht.

Reithofer leitet BMW seit September 2006 und trimmte den Konzern mittels Sparprogramm und Stellenabbau auf Rendite. Zudem legte er den Schwerpunkt in der Entwicklung auf verbrauchsärmere Technologien und schloss mehrere Partnerschaften, um die Position des vergleichsweise kleinen Autobauers zu verbessern. Im Herbst 2010 wurde der 2011 auslaufende Vertrag des Top-Managers um fünf Jahre verlängert. Im Mai 2016 wird Reithofer 60 Jahre alt.