Kritischer EFSA-Bericht - Bayer hält Pestizide für sicher

Mittwoch, 16. Januar 2013, 17:13 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Bayer ist trotz eines kritischen Behördenberichts zu den Ursachen des Bienensterbens in Europa nach wie vor von der Sicherheit seiner Pflanzenschutzmittel überzeugt.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor Risikobewertungen zu drei Pflanzenschutzmitteln veröffentlicht, darunter auch die Bayer-Pestizide Clothianidin und Imidacloprid. Der Pharma- und Chemiekonzern erklärte am Mittwoch nun, die Mittel könnten weiter sicher und wirksam in der Landwirtschaft angewendet werden. Die EFSA-Berichte hätten keine Auswirkungen auf die Verwendung der Pflanzenschutzmittel.

In den vergangenen Jahren hatten Imker immer wieder über Fälle von Bienensterben in einzelnen Regionen Europas berichtet. Unter anderem in Frankreich, Deutschland und Italien hatte das plötzliche Absterben großer Bienenvölker für Aufmerksamkeit gesorgt. Über die genauen Ursachen für die Verluste von Bienenvölkern herrscht weiterhin Uneinigkeit. Experten nennen eingeschleppte Parasiten wie die Varroa-Milbe, aber auch die flächendeckende Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft als mögliche Faktoren. So hatte unter anderem das Bayer-Mittel "Poncho" mit dem Wirkstoff Clothianidin vor Jahren in der Kritik gestanden, ein großes Bienensterben am Oberrhein ausgelöst zu haben. Umweltschutzorganisationen wie BUND oder Greenpeace fordern inzwischen ein Verbot von Neonikotinoiden, zu denen auch die genannten Bayer-Mittel zählen.

In ihrer Berichten wies die EFSA unter anderem auf mögliche Gefahren für Bienenvölker hin, die durch die Staubentwicklung bei der Einpflanzung von behandeltem Saatgut entstehen. Dies gelte etwa für Saatgut von Zuckerrüben. In vielen Fällen kam die EFSA aber unter Hinweis auf eine unzureichende Datenbasis zu keinem abschließenden Urteil. Bayer will die EFSA-Bewertungen prüfen. Der Konzern sei bereit, mit der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten zusammenzuarbeiten, um die festgestellten Datenlücken zu schließen.