Pronova-Aktionär von aufgestockter BASF-Offerte nicht überzeugt

Mittwoch, 16. Januar 2013, 18:58 Uhr
 

Oslo (Reuters) - Der Chemiekonzern BASF hat mit seiner aufgestockten Offerte noch längst nicht alle Aktionäre des norwegischen Fischöl-Produzenten Pronova überzeugt.

Die Fondsgesellschaft Odin Forvaltning kann sich auch mit dem höheren Angebot noch nicht anfreunden. "Ich wäre überrascht, wenn wir das am Ende akzeptieren", sagte Odin-Fondsmanagerin Alexandra Morris am Mittwoch zu Reuters. Odin zählt zu den großen Anteilseignern der Firma aus Lysaker bei Oslo. Die Gesellschaft hält 4,7 Prozent an dem Produzenten von Omega-3-Fettsäuren.

Die BASF hatte am Dienstag ihre Offerte aufgestockt, um ein Scheitern der geplanten Übernahme zu verhindern. BASF bietet den Pronova-Anteilseignern inzwischen 13,50 Kronen je Aktie (rund 1,83 Euro). Zum alten Angebot von 12,50 Kronen (rund 1,70 Euro) waren manche Pronova-Aktionäre nicht zum Verkauf bereit gewesen. Pronova ist BASF jetzt einschließlich Schulden 684 Millionen Euro wert. Das sind rund 20 Millionen Euro mehr als bislang. Am Freitagnachmittag endet die bereits verlängerte Angebotsfrist.

Mit der Beteiligung von weniger als fünf Prozent könnte Odin am Ende das Zünglein an der Waage sein, denn BASF hat eine Annahmequote von 90 Prozent als Bedingung für den Erfolg der Offerte vorgegeben. In Norwegen ist 90 Prozent die Schwelle, ab der Kleinaktionäre aus einem Konzern per Squeeze-Out herausgedrängt werden können. "Ich habe auch mit anderen Aktionären gesprochen und es gibt viele, die mit dem Angebot noch nicht zufrieden sind. Es ist aber klar besser als die 12,50", sagte Fondsmanagerin Morris. Kleinaktionäre sollten ihre Aktien jetzt erst einmal behalten. Das sei womöglich nicht das letzte Wort. BASF-Vorstand Michael Heinz hatte am Dienstag allerdings erklärt, dass die neue Offerte das beste, letzte und endgültige Angebot des Konzerns sei.

Die BASF hatte sich bis kurz vor Aufstockung ihrer Offerte nur die Zustimmung von rund 70 Prozent des Pronova-Aktienkapitals sichern können. Dazu zählt der Pronova-Großaktionär Herkules Private Equity, der rund 50 Prozent hält und sich zum Verkauf der Anteile zum alten Angebotspreis verpflichtet hat. Ob BASF am Freitag auf die erforderliche Prozentzahl kommt, ist somit weiterhin offen. Die Übernahme von Pronova wäre für den Konzern die Gelegenheit, sich im Geschäft mit Omega-3-Fettsäuren deutlich zu verstärken. Pronova erzielte 2011 mit 296 Beschäftigten Umsätze von umgerechnet 227 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 21 Millionen Euro. BASF ist bereits durch die 3,1 Milliarden Euro teure Übernahme der Chemiefirma Cognis in dem Feld aktiv und baute dieses 2012 durch den Kauf der schottischen Firma Equateq weiter aus. Dem Weltmarkt für solche Fettsäuren traut der Chemiekonzern ein jährliches Wachstum von acht Prozent bis 2020 zu.