Fitschen: Kein Grund für Entwarnung bei Euro-Schuldenkrise

Donnerstag, 17. Januar 2013, 09:38 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat davor gewarnt, die Euro-Staatsschuldenkrise bereits als überwunden zu betrachten.

Auf einem Neujahresempfang seines Instituts am Mittwoch in Berlin wertete er es aber als Erfolg, dass alle die, die im letzten Jahr bereits ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone erwarteten, sich geirrt hätten. "Sie alle lagen fürchterlich daneben", sagte Fitschen. "Es ist nichts davon eingetreten."

Andererseits sollte man nun nicht bereits eine Rückkehr zur Normalität in diesem Jahr erwarten. "Ich glaube, das ist einigermaßen verfrüht". Was Hoffnung mache, sei, dass ein Kurs eingeleitet sei, der eine Abkehr von der Überschuldungspolitik bedeute. Dabei müsse man Respekt gegenüber dem haben, was in Krisenländern wie Griechenland an Veränderungen umgesetzt worden sei.

Fitschen zeigte sich auch überzeugt, dass die USA es als größte Volkswirtschaft in der Welt letztlich schaffen wird, ihr Problem mit der Schuldenobergrenze zu meistern. Der Ablauf mache allerdings nicht sehr viel Mut.

Der Manager ging zudem kurz noch einmal auf seinen umstrittenen Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ein, in dem er gegen die drakonische Razzia von 500 Polizisten im Frankfurter Sitz der Bank protestiert hatte. Dass ihm deshalb der Vorwurf gemacht worden sei, Macht über das Recht setzen zu wollen, habe ihn geärgert. "Das war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht", stellte er klar und forderte, solche Debatten mit weniger Heftigkeit zu führen.

 
REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)